macOS: NTFS-Festplatten und USB-Sticks beschreiben

Apples Betriebssystem macOS kann zwar von NTFS-Festplatten und USB-Sticks lesen, aber keine Dateien auf ein NTFS-Laufwerk schreiben. Gerade für Umsteiger von Windows oder im Alltag, wo zahlreiche Festplatten mit NTFS vorkommen, ist das ärgerlich. Nicht jedes Laufwerk lässt sich mit dem für Windows und macOS nutzbaren Dateisystem exFAT formatieren.

Beispielsweise eine externe Festplatte zur Datensicherung müsste vollständig gelöscht, neu formatiert und anschließend beschrieben werden. Auch der Fernseher im Wohnzimmer, der Dateien größer 4GB nur über NTFS USB-Sticks abspielt, lässt sich nicht einfach auf exFAT umstellen. Nachfolgend werden drei Anleitungen genannt um NTFS-Laufwerke untetaster macOS beschreiben zu können.

macOS: NTFS-Festplatten und USB-Sticks beschreiben

Es genügt dabei eine der nachfolgenden Anleitungen umzusetzen, es müssen nicht alle drei verwendet werden. Entscheidet für euch, welches der einfachste Weg ist um NTFS-Festplatten unter macOS zu beschreiben.

Kostenpflichtige Drittanbieter

Die einfachste und teuerste Lösung sind Treiber von einem Drittanbieter. Für kleines Geld gibt es Software die macOS NFTS-fähig macht. Diese Treiber funktionieren in der Regel sehr gut, bieten eine einfach Installation und schneller Datenübertragungsraten als die weiter unten vorgestellten kostenlosen Lösungen. Paragon stellt schon seit Jahren für jede neue Version des Apple Betriebssystem entsprechende Treiber zur Verfügung.

Wer eine Festplatte von Seagate besitzt, erhält die Software von Paragon kostenlos. Seagate bietet hierzu eine Software an, über die eine entsprechende Festplatte erkannt wird und den kostenlosen Download von Paragon NTFS für Mac ermöglicht.

Alternativ bietet auch die Software Tuxera NTFS-Unterstützung für macOS an. Das Programm kann online für 25 Euro erworben werden und bietet zudem eine 15 tägige Trial-Version an.

Kostenlose Treiber

In der Open-Source Community wurden Treiber entwickelt, die auf dem Mac installiert werden können und NTFS-Unterstützung nachrüsten. Die Einrichtung erfordert etwas etwas Aufwand und Terminalarbeit. Auch wurden diese Treiber seit einiger Zeit nicht mehr aktualisiert. Die Übertragungsgeschwindigkeit der Daten ist zudem nicht besonders schnell und reizt bei weitem nicht die Möglichkeiten von USB 3.0 aus. Teilweise führt die Installation auch nicht zum gewünschten Erfolg.

Eine ausführliche Anleitung zur Installation der kostenlosen Treibern habe ich letztes Jahr verfasst. Das Einrichten der kostenlosen Treibern erfordert die Installation aus (der Sicht von Apple) unsicheren Quellen. Auf meinem MacBook Pro 13 Zoll Retina (late 2014) funktioniert seitdem das Schreiben von NTFS-Festplatten. Im Vergleich exFAT Festplatten ist die Geschwindigkeit jedoch miserabel. Die Durchführung erfolgt auf eigene Gefahr.

macOS: NTFS-Festplatten und USB-Sticks beschreiben
Das Beschreiben von NTFS-Festplatten und macOS erfordert etwas Vorbereitung (Bild Pexels.com).

Apples experimentelle NTFS-Unterstützung

In macOS versteckt sich eine experimentelle Unterstützung für NTFS. Diese findet sich auch schon in älteren OS X Versionen und ist von Haus aus deaktiviert. Der experimentelle NFTS-Support für macOS lässt sich nur über den Terminal aktivieren. Die Aktivierung verspricht keinen Erfolg beim Schreiben von NTFS-Laufwerken und macOS kann gegebenenfalls sogar das NTFS-Dateisystem auf dem Datenträger beschädigen. Diese Option ist mit Vorsicht zu genießen und sollte nur mit nicht sensiblen Daten getestet werden. Die Durchführung erfolgt auf eigene Gefahr.

Für die Aktivierung der experimentellen NTFS-Unterstützung unter macOS ist es hilfreich, einen USB-Stick zu haben, dessen Bezeichnung aus nur einem, kurzen Wort besteht. Beispielsweise USB. Das erleichtert die Einrichtung.

Mit dem USB-Stick zur Hand (aber noch nicht mit dem Mac verbunden) wird der Terminal aufgerufen. Dieser lässt sich beispielsweise mit der macOS Tastenkombination CommandLeertaste -> „Terminal“ eingeben -> Enter drücken, aufrufen. Über den Terminal wird die Datei /etc/fstab mit dem nano Texteditor geöffnet. Dazu ist folgendes einzugeben:

sudo nano /etc/fstab

Im nano Editor ist folgende Zeile einzutragen, wobei das „NAME“ durch die Bezeichnung eures USB-Sticks zu ersetzen ist, beispielsweise USB.

LABEL=NAME none ntfs rw,auto,nobrowse

Mit Strg + O werden die Änderungen gespeichert und mit Strg X der nano Editor geschlossen. Solltest du mehrere Geräte im NTFS-Dateiformat haben, muss für jeden USB-Stick und Festplatte eine neue Zeile im nano Editor geschrieben werden.

Jetzt kann der USB-Stick mit dem Mac verbunden werden. Im „/Volumes“ Verzeichnis ist der USB-Stick jetzt ebenfalls zu sehen. Der USB-Stick erscheint nicht automatisch auf dem Desktop wie normale USB-Sticks und USB-Festplatten. In einem Finder Fenster lässt sich über das Menü Gehe zu -> Gehe zum Ordner eine Box öffnen. In diese ist „/Volumes“ (ohne die Anführungszeichen) einzutippen. Jetzt lässt sich auf die Dateien des USB-Sticks im NTFS-Format zugreifen und schreiben.

Um die Änderungen rückgängig zu machen, muss lediglich wieder die /etc/fstab Datei über den nano Editor geöffnet und die eingefügten Zeilen gelöscht werden.

Persönliche Meinung

Die einfachste Lösung ist natürlich, alle USB-Festplatten und USB-Sticks im exFAT Dateisystem zu formatieren. Dieses funktioniert unter Windows und macOS. Diese Lösung funktioniert jedoch nicht mit fremden USB-Sticks, die nicht formatiert werden dürfen oder Datenträger, deren Inhalt vor dem Formatieren nicht gesichert werden kann. Die bequeme Alternative sind die kostenpflichtigen Lösungen. Diese kosten nur wenige Euros, sorgen für schnelle Datenübertragungsraten und laufen problemlos und stabil.

Hat euch die Anleitung zum Beschreiben von NTFS-Festplatten unter macOS weitergeholfen? Wie seid ihr das Problem angegangen? Schreibt mir in den Kommentaren.

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