yomo löst das Regionalprinzip der Sparkassen auf

In einem kurzen Interview stand der Pressesprecher Dr. Joachim Fröhler von der Stadtsparkasse München dem Bank Blog zum Thema yomo (your money) Rede und Antwort. Dabei ergeben sich interessante Einblicke hinter die Kulissen und die Idee zu yomo sowie den Funktionen. Dabei wird klar, dass einige Sparkassen ihren Nachholbedarf bei jungen Kunden erkannt haben.

Im Interview zeigt Dr Fröhler auf, dass yomo ähnlich wie N26 modern und intuitiv sein soll. Gleichzeitig wird yomo eine kontinuierliche Weiterentwicklung erfahren, bei der die Kunden eng mit einbezogen werden. Das Girokonto wird dabei ausschließlich über die App auf dem Smartphone bedient. Das Girokonto liegt bei einer Sparkasse und ist dort in das bestehende Kernbanksystem des Instituts eingebunden. yomo wird keine eigenständige Bank sondern eine Benutzeroberfläche für das Girokonto.

yomo löst das Regionalprinzip der Sparkassen auf

Dabei soll yomo als eigenständige Marke bei den Kunden positionisert werden. Die Sparkasse selbst rückt in den Hintergrund. Die Zielgruppe sind junge Technik-affinen Kunden zwischen 18 und 35 Jahren. Diesen bietet yomo einfaches, bequemes und mobiles Banking an, zusammen mit den Vorteilen einer bewährten und etablierten Sparkassen-Infrastruktur im Hintergrund.

Die yomo App ist dabei kein Gemeinschaftsprohekt aus der Sparkassen-Finanzgruppe sondern wird von zehn Sparkassen entwickelt (HASPA, Berliner Sparkasse, Sparkasse Köln-Bonn, Kreissparkasse Köln, Stadtsparkasse München, Sparkasse Bremen, Sparkasse Paderborn-Detmold, Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Stadtsparkasse Düsseldorf und die Ostsächsische Sparkasse Dresden). Die Institute liefern dabei den bankfachlichen Input während die Star Finanz die Entwicklung der yomo App vorantreibt.

yomo löst Regionalprinzip der Sparkassen auf
yomo Smartphone-App für Sparkassen (Bild: neugier.yomo.de).

Nach der Einführung der zehn Sparkassen wird yomo offen für alle anderen Sparkassen sein. Diese können sich über ein noch zu definierendes Lizenzmodell an yomo beteiligen und ihren Kunden anbieten. Bietet die eigenen Sparkasse yomo als App nicht an, können Kunden zu einer beliebigen Sparkasse wechseln. Wer yomo nutzen möchte, wird als bisheriger Sparkassen-Kunde ein neues Konto eröffnen müssen. Bestehende Konten können nicht in yomo Konten umgewandelt werden.

Die Kontoeröffnung erfolgt direkt aus der yomo App heraus. Im Eröffnungsprozess wird der Kunde gefragt, welche der beteiligten Sparkassen die kontoführende Stelle sein soll, das heißt bei welcher Sparkasse das Konto eröffnet werden soll. Dabei wird die regional nächstgelegene Sparkasse automatisch vorgeschlagen, der Kunde hat jedoch freie Wahl.

Im Interview wird noch einmal wiederholt, dass yomo keine Weboberfläche haben wird, sondern ausschließlich via App auf dem Smartphone bedient wird.

Persönliche Meinung

Die regional nächste Sparkasse muss nicht zwingend das bisherige Institut sein. Möchte eine Sparkasse das Lizenzmodell nicht nutzen, taucht das Institut beim Kontoeröffnungsprozess nicht auf. Aber eventuell konkurrierende Nachbarinstitute. yomo weicht hier die festgelegten regionalen Grenzen der Sparkassen auf. Letztendlich entscheidet der Kunde, ob yomo überzeugt. Im N26 Testbericht legt das FinTech aus Berlin die Messlatte sehr hoch. Auch hier bekommen Kunden aktuell nur ein Konto. Weitere Bankprodukte sind jedoch schon in der Pipeline.

Quelle: Der Bank Blog

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