Homeoffice: Meine Erfahrung aus über 8 Jahren Arbeit von Zuhause

Das Undenkbare wird in Krisenzeiten möglich. Viele Firmen führen plötzlich Homeoffice ein. Wo bis vor einigen Wochen noch „Sicht ist Pflicht“ herrschte, wird schnell das Homeoffice möglich gemacht. Ist der Umsatz in Gefahr, geht alles. Das freut all die Arbeitnehmer, denen bisher die Arbeit von Zuhause aus verwehrt wurde. Doch so einfach ist Homeoffice nicht.

Von zu Hause aus arbeiten bedeutet nicht, gemütlich mit einer Tasse Kaffee an Küchentisch vom Laptop aus arbeiten. Homeoffice ist anstrengend und wer Zuhause produktiv arbeiten möchte, sollte einige Spielregeln beachten.

Homeoffice: Meine Erfahrung aus über 8 Jahren arbeiten von Zuhause

An dieser Stelle möchte ich meine Erfahrung aus über achte Jahre Erfahrung durch Arbeit aus dem Homeoffice teilen. Die meiste Zeit habe ich dabei in einem „Mischbetrieb“ zwischen Büroarbeit und Homeoffice verbracht.

Mein ersten Erfahrungen bei der „Arbeit von zu Hause aus“ habe ich 2009 gesammelt. Damals reduzierte ich meine Arbeitszeit auf 50 Prozent und nutzte die freien 50 Prozent für ein Fernstudium. Dabei verbrachte ich abwechselnd wöchentlich 100 Prozent im Betrieb und 100 Prozent zu Hause zum Lernen.

Spielregeln aufstellen

Zuhause lernen bedeutete damals, in meinem Elternhaus zusammen mit zwei Geschwistern. Nach der ersten Woche war klar, es müssen Regeln her. Sonst wird das nichts mit dem Studium.

2015 habe ich als Unternehmensberater angefangen. Dadurch ergab sich, dass ich in der Regel immer freitags, je nach Projekt auch montags im Homeoffice war. Hin und wieder auch ganze Wochen am Stück von daheim aus arbeitete. Dadurch lernte ich weitere wichtige Dinge für eine produktive Arbeit von Zuhause aus.

1. Arbeit und Haushalt trennen

Wer von Zuhause zu 100 Prozent arbeitet, kann bei einem 8 Stunden Arbeitstag nicht gleichzeitig Einkaufen, Essen für 5 Personen kochen, Spülmaschine ausräumen, die Wäsche machen und nach den Großeltern sehen. Alles was aus dem Büro nicht geht, darf von der Familie im Homeoffice nicht erwartet werden.

Das Homeoffice ermöglicht eine Koordination von Arbeit und Haushalt. Es darf aber nicht die Erwartungshaltung entstehen, dass der „Heimarbeiter“ den ganzen Haushalt während der Arbeitszeit meistert.

2. Räumliche Trennung

Wenn möglich, richte dir ein separates Zimmer für die Arbeit von Zuhause aus ein. Das geht selbstverständlich nicht für jeden. Eine Familie mit zwei Kinder kann in den wenigsten Fälle noch zwei Homeoffice-Zimmer für die Eltern ermöglichen. Solltest du ein Arbeitszimmer einrichten können, lässt sich dieses jedoch von der Steuer (teilweise) absetzen.

Sollte ein Arbeitszimmer nicht möglich sein, solltest du wenigstens einen dezidierten Platz im Wohnzimmer oder Schlafzimmer einrichten. Idealerweise mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch, einem Schreibtischstuhl und extra Monitor. Dazu unten mehr.

Gleichzeitig muss die Regel gelten: Wird im Wohnzimmer beruflich gearbeitet, müssen die Kinder im Kinderzimmer spielen.

3. Arbeitszeiten definieren und Routine einhalten

Wer aus dem Homeoffice arbeitet, spart sich den Weg zur Arbeit und den Heimweg. Oft tendieren Arbeitnehmer zur unbewussten Mehrarbeit von zu Hause aus. Damit Arbeit Arbeit bleibt und Freizeit Freizeit, helfen dir folgende Tipps:

  • Stehe jeden Tag zur gleichen Uhrzeit auf (Routine)
  • Frühstücke in Ruhe und ohne Arbeitslaptop auf dem Esstisch
  • Richte dich und ziehe etwas anderes als den Schlafanzug an
  • Nutze die eingesparte Reisezeit für private und nicht berufliche Dinge
  • Beginne immer zur gleichen Zeit mit der Arbeit
  • Setze dir eine feste Uhrzeit für die Mittagspause
  • Setze dir eine feste Uhrzeit für den Feierabend (und schalte den Computer danach aus)

Homeoffice einrichten

Richte dein Homeoffice ein. Und zwar richtig. So wie im Bild unten kommst du keinen halben Arbeitstag weit. Anschließend schmerzt dir das Steißbein, der Rücken, Nacken, Beine und die Handgelenke.

Homeoffice: Arbeit am Esstisch ist ein No Go
Homeoffice: Arbeit am Esstisch ist ein No Go (Bild: pixabay.com).

Wie im Büro solltest du auch zu Hause an einen richtigen Schreibtisch und auf einen vernünftigen Bürostuhl sitzen. Der Stuhl muss höhenverstellbar sein. Idealerweise holst du dir auch einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Diese kosten heute keine Unsummen mehr.

Zusätzlich benötigst du einen extra Monitor, Tastatur und eine Maus. Wer 8 Stunden am Tag, 40 Stunden die Woche ausschließlich am Laptop arbeitet ist weniger produktiv. Auch ein Headset empfehle ich dir.

Eine mehrstufige Liste an Hardware Tipps für das Homeoffice findest du im verlinkten Beitrag. Nachfolgend findest du einige Basics für einen guten Start.

1. Hardware

Produktive Arbeit im Homeoffice kann nur mit guter Hardware erfolgen. Wenn du Tag täglich ein schlechtes Setup hast, bist du weniger produktiv und dein Körper leidet langfristig darunter. Deshalb achte bei der Hardware auf folgendes:

Bildschirm

Ein Laptop ist schön. Ein richtiger Bildschirm ist gut. Zwei Monitore sind besser. Studien beweisen, das Arbeitnehmer mit zwei Bildschirme deutlich produktiver arbeiten im Vergleich zu Kollegen mit nur einem Bildschirm. Nutze diesen Vorteil.

Auf keinen Fall solltest du über Tage ausschließlich nur über das Display eines Notebooks arbeiten. Besorge dir mindestens einen externen Monitor in vernünftiger Größe.

Beispielsweise den 24,5 Zoll, LED Monitor von BenQ. Das Display besitzt keine unnötigen Funktionen und kostet dafür auch nicht viel. Zudem bringt es Anschlüsse mit für:

  • HDMI
  • VGA
  • DVI

Damit kannst du jedes Notebook anschließen. Mit einer Auflösung von 1920 x 1080 hast du genug Platz auf dem Desktop für Word und Excel-Dokumente.

Maus

Zudem benötigst du eine vernünftige Maus. Wenn du über längere Zeit ausschließlich mit dem Touchpad am Laptop arbeitest, bekommst du schmerzen in den Handgelenken.

Ich persönlich bin ein großer Fan der Logitech-Produkte. Insbesondere die MX-Master Reihe gefällt mir sehr. Aktuell nutze ich noch die „alte“ Logitech MX Master 2S.

Die neue Logitech MX Master 3 ist nicht ganz günstig, bietet aber viele nützliche Funktionen. Neben einer langen Akkulaufzeit lädt die Logitech MX Master 3 via USB-C und lässt sich gleichzeitig weiter nutzen.

Zudem gibt es spezielle Tasten für vor und zurück im Browser oder in Ordnern. Auch lässt sich die Maus an bis zu drei Geräten gleichzeitig nutzen.

Du benötigst eine ergonomische Maus? Dann greife zur Logitech MX Vertical. Diese reduziert reizende Bewegungen im Handgelenk.

Tastatur

Notebooks sind auch für längeres Schreiben von Texten nicht geeignet. Oft ist das Notebook zu hoch und der Benutzer muss zum Tippen die Handgelenke abwinkeln. Das sorgt langfristig für Probleme in den Handgelenken.

Die Logitech Logitech K780 ist das passende Pendant zur MX Master. Die Tastatur unterstützt bis zu drei Geräte und bietet eine „Kerbe“ zum Aufstellen von Smartphones und Tablets.

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Alternativ gibt es mit der Logitech Ergo K860 auch eine Tastatur zur weiteren Entlastung der Handgelenkte.

Ich selbst nutze aktuell die Logitech K380. Die Tastatur ist vom Layout etwas kleiner als eine normale Tastatur. Für mich persönlich ist diese Tastatur deutlich ergonomischer als große Tastaturen.

Headset

Kommunikation ist wichtig. Wer von Zuhause aus arbeitet, telefoniert mehr. Je nach Arbeitgeber hast du ein Handy oder eine VoIP (Voice over IP) Telefonanlage auf deinem Computer.

Achte, dass du beim Handy einen guten Empfang hast. Nichts ist nerviger als abgehackte Gespräche. Im Zweifel führe einige Testanrufe für die Gesprächsqualität mit Kollegen durch.

Egal ob du über ein Handy oder den Computer telefonierst, hole dir ein Headset. Damit hast du beide Hände frei, entspannst deine Arme und kannst leichter nebenher Notizen anfertigen oder durch eine Präsentation führen.

Seit Jahren nutze ich für berufliche Gespräche die AirPods von Apple. Diese funktionieren nicht nur mit dem Apple iPhone sondern auch hervorragend mit Android Handys.

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Zudem kannst du die AirPods auch am MacBook oder Windows Computer nutzen.

Eine gute Alternative als VoIP Headset für den Computer ist das YAMAY Bluetooth Headset

2. Möbel

Den ganzen Tag sitzen ist nicht gesund für unseren Körper. Deshalb solltest du darauf achten, dass du so gut wie möglich und bequem wie möglich sitzt. Dazu gehört ein höhenverstellbarer Bürostuhl und wenn du es einrichten kannst, ein (höhenverstellbarer) Schreibtisch.

Richte dein Homeoffice vernünftig ein
Richte dein Homeoffice vernünftig ein (Bild: pexels.com).

Bürostuhl

Ein Bürostuhl ist deshalb wichtig, da die Sitzposition und -höhe sich direkt auf deinen Rücken, Nachen und die Schultern auswirkt. Sitzt du falsch, bekommst du Schmerzen.

Ein Bürostuhl muss nicht teuer sein. Er sollte dabei folgende vier Eigenschaften erfüllen:

  • Höhenverstellbarer Sitz
  • Verstellbare Rückenlehne
  • Armlehne
  • Atmungsaktiv am Gesäß und Rücken

Wenn du etwas mehr ausgeben möchtest, kannst du dir den SONGMICS Bürostuhl holen. Hier sind auch die Rückenlehne und Armlehnen höhenverstellbar.

Schreibtisch (höhenverstellbar)

Richte dein Homeoffice an einem Schreibtisch ein. Bist du gerade dabei dir einen zu kaufen? Dann gönn dir einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch.

Dein Rücken und deine Produktivität werden es dir danken. Führe beispielsweise jedes Telefonat im Stehen durch. Das macht einen großen Unterschied über den Tag.

Der hier angezeigte Schreibtisch Flexispot E1B wird ohne Tischplatte geliefert. Du kannst den Schreibtisch mit einer Tischplatte deiner Wahl von 100 cm bis zu 160 cm in der Breite, und 50 cm bis 80 cm in der Tiefe ausrüsten.

Ein elektrischer Schreibtisch hat den Vorteil, dass du diesen per Knopfdruck jeder Zeit in der Höhe verstellen kannst.

Bei den manuellen Tischen musst du eine Kurbel betätigen. Ich behaupte, das werden die wenigsten von uns auf Dauer machen.

3. Software

Die passende Software ist wichtig, jedoch sei diese hier zum Schluss erwähnt. Wieso? Weil die meisten Arbeitnehmer hier kein Wahlmöglichkeiten haben.

Ich lese aktuell auf vielen Webseiten, welche tollen Tools bei der Arbeit im Homeoffice helfen. Zoom, Skype, Teamviwer, Team, Slack und viele mehr.

In der Regel wirst und musst du auch aus dem Homeoffice weiterhin die Software von deinem Arbeitgeber nutzen. Auf keinen Fall solltest du dir Dokumente an deine private E-Mail Adress senden oder auf einen privaten Google Drive oder Dropbox-Account laden. Auch das Bearbeiten von beruflichen Dokumenten auf einem privaten Computer ist in der Regel verboten.

Auch die Installation von Tools wie Zoom oder Teamviewer wird auf den meisten Firmenlaptops ohne Zustimmung des Arbeitgebers verboten sein. Geschweige denn die Nutzung in Kombination Firmendokumente. Hier ist Vorsicht geboten.

Es sei denn, dein Arbeitgeber erlaubt das ausdrücklich und gibt dir sein schriftliches Einverständnis. Ansonsten riskierst du eine Abmahnung und die Kündigung.

Abschließender Tipp

Du bist gerade an der Einrichtung deines Homeoffice? Rede vorher mit deinem Arbeitgeber. Eventuell stellt dieser dir ein Budget für den Kauf von Hardware zur Verfügung. Einige Firmen unterstützen auch bei der Einrichtung von Büromöbeln.

Sollte dein Arbeitgeber dich finanziell nicht unterstützen, kannst du Schreibtisch und Hardware von der Steuer absetzen. Bewahre dazu die Belege auf und spreche mit deinem Steuerberater.

Benjamin Blessing

Blogger, Consultant, Reisender. In meiner Freizeit schreibe ich auf RandomBrick.de über Themen zu Technik, Finanzen und WordPress. Von aktuellen Trends bis zu Anleitungen findet ihr hier alles im Blog.

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