Cloud-Speicher verschlüsseln: Dateien in Google Drive, Dropbox und Co sicher speichern

Cloud-Speicher ist eine bequeme und einfache Art, Daten zwischen mehreren Geräten synchron zu halten. Je nach Einstellung lässt sich mit Cloud-Speicher von Dropbox, Google Drive, iCloud, Box oder anderen Anbietern ganz bequem ein Backup einrichten. Fast alle Dienste bieten zudem kostenlosen Speicher für den Einstieg an. Das Problem für viele Nutzer dabei ist der Schutz der privaten Daten.

Wir wissen einfach nicht, was die Anbieter von Cloud-Speicher mit unseren Daten machen. Zudem liegen bei vielen Anbietern die Daten in Ländern mit niedrigen Anforderungen an den Datenschutz, beispielsweise die USA. Sind die Daten in der Cloud wirklich sicher?

Cloud-Speicher verschlüsseln: Dateien in Google Drive, Dropbox und Co sicher speichern

Eine Alternative zu Dropbox und Co könnte eine private Cloud sein. Dabei müssen Nutzer selbst die entsprechende Infrastruktur aufziehen. Beispielsweise mit einem NAS, einem Raspberry Pi und Owncloud oder Resilio Sync. Das ist jedoch deutlich aufwändiger in der Installation, Pflege und kann gerade bei kleinen Speicher-Mengen auch teuer.

Wenn eine private Cloud für euch keine Option ist, solltet ihr sensible Daten im Cloud-Speicher verschlüsseln. Beispielsweise Rechnungen, Kontoauszüge oder andere Informationen, die ihr schützen wollt.

Es gibt unterschiedliche Anbieter und Lösungswege um Daten im Cloud-Speicher zu verschlüsseln. Dieser Beitrag stellt euch einige Ansätze vor, so dass ihr die für euch beste Option auswählen könnt.

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Cloud-Speicher verschlüsseln (Bild: pixabay.com).

Dateien in der Cloud verschlüsseln

Damit Dateien in der Cloud sicher sind, gibt es unterschiedliche Optionen. Einige Anbieter verschlüsseln Dateien auf dem Endgerät, beispielsweise dem Laptop oder Smartphone. Die verschlüsselten Dateien werden dann bei eurem Cloud-Speicher Anbieter hochgeladen. Mit der Software des Anbieters und eurem Passwort lassen sich die Dateien wieder entschlüsseln. In der Cloud selbst liegen verschlüsselte und somit nicht einsehbare Dateien.

Boxcryptor: Made in Germany

Boxcryptor wird von der Firma Secomba GmbH mit Sitzt im bayrischen Augsburg entwickelt und vertrieben. Die Software gibt es schon seit einigen Jahren, der Funktionsumfang und die Integration wächst stetig. Boxcryptor bietet eine kostenlose Basisversion an. Boxcryptor habe ich schon vor einiger Zeit vorgestellt.

Zusätzliche Funktionen wie mehr Endgeräte, mehrere Cloud-Anbieter gleichzeitig nutzen oder die Verschlüsselung von Dateinamen kostet Privatpersonen 36 Euro im Jahr. Studenten erhalten 25% Rabatt.

Boxcryptor setzt auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Dateien und Ordner über einen Master-Key. Das Unternehmen setzt auf eine Zero-Knowledge-Lösung. Dabei werden alle private und sensible Informationen der Nutzer nur verschlüsselt an Boxcryptor übertragen und zu keinem Zeitpunkt an Dritte weitergegeben. Die Verschlüsselung erfolgt über das Passwort des Nutzers. Dadurch kann das Unternehmen zu keiner Zeit auf die Daten der Kunden zugreifen.

Es wird immer jede Datei einzeln verschlüsselt. Dadurch müssen auch nur die neuen und bearbeiteten Dateien neu in die Cloud geladen werden. Das spart Zeit und Traffic.

Zwischenzeitlich unterstützt Boxcryptor mehr als 20 verschiedene Cloudspeicheranbieter. Über den Referral-Link unten kommt ihr zum Anbieter. Meldet ihr euch darüber an, kann ich gelegentlich einen Monat kostenlos Boxcryptor nutzen. Euch entsteht kein Nachteil daraus.

Link: boxcryptor.com

Cryptomator: Open Source Software

Cryptomator ist teilweise kostenlos und Open Source Software. Dateien werden auf den Endgeräten verschlüsselt und dann in die Cloud geladen. Als Benutzer merkt man keinen Unterschied in der Bearbeitung. Die Daten liegen auf der Festplatte in so genannten Vaults. Die Nutzung und Bearbeitung ist ähnlich wie mit Dateien auf einem USB-Stick.

Cryptomator verschlüsselt jede Datei einzeln. Wird nur eine Datei bearbeitet oder hinzugefügt, wird auch nur diese Datei neu in die Cloud geladen.

Die Desktop-Software für Windows, Mac und Linux ist kostenlos. Das Entwickler-Team bittet jedoch um eine Spende um die Entwicklung weiter fortführen zu können. Die Apps für Android und iOS kosten einmalig 4,99 Euro.

Damit ist Cryptomator nicht kostenlos, jedoch sehr günstig in der Anschaffung und ohne Folgekosten.

Link: cryptomator.org

CloudMounter

CloudMounter bindet Cloud-Speicher als externe Festplatte auf dem Computer ein. Die Software steht nur für Mac und Windows zur Verfügung. Es lassen sich beliebig viele Anbieter gleichzeitig einbinden und somit den Speicherplatz auf dem Computer erweitern.

Beim Upload in die Cloud werden die Dateien über CloudMounter verschlüsselt. Auf dem Cloud-Speicher sieht ein unbefugter Dritter nur Datenschrott. Eine Lift-Time Lizenz für einen Computer kostet einmalig 37,71 Euro. 5 Computer kosten einmalig 125,70 Euro. Oft wird auf der Webseite von CloudMounter mit einem 50 Prozent Gutschein geworben, wodurch sich die Preise halbieren.

Apps für Smartphones werden keine angeboten.

Link: cloudmounter.net

Verschlüsselte Container für die Cloud

Eine weitere Möglichkeit zum Verschlüsseln von Dateien in der Cloud ist das Erstellen von verschlüsselten Containern. Diese Daten-Boxen sind wie ein Tresor. Alles in dem Tresor wird mit einem Passwort verschlüsselt. Der ganze Tresor wird in die Cloud geladen und beispielsweise mit einem anderen Computer synchronisiert.

Diese Umsetzung ist die einfachste und günstigste Lösung, bringen aber auch einige Nachteile mit sich.

  • Die verschlüsselten Container lassen sich nicht auf Smartphones und Tablets mangels Apps öffnen oder mit neuen Daten befüllen.
  • Es wird immer der ganze Container synchronisiert, auch wenn nur eine Datei geändert wurde. Das erzeugt Traffic und kostet Zeit.

7-Zip

Das freie Packprogramm 7-Zip ist unter den Bedingungen der LGPL lizenziert. Entwickelt wird 7-Zip durch den russischen Softwareentwickler Igor Wiktorowitsch Pawlow. Die meisten Leser werden das Programm kennen. Die erste Version wurde schließlich schon 1999 veröffentlicht.

Mit 7-Zip lassen sich Passwort-geschützte Archive erstellen. Diese unterstützen eine sichere AES-256 Verschlüsselung. Die Software ist kostenlos und einfach zu bedienen. Mit 7-Zip kann ohne zusätzliche Software eine oder mehrere Dateien verschlüsselt und auf einen beliebigen Cloud-Speicher abgelegt werden.

Link: 7-zip.org

VeraCrypt

Die Software VeraCrypt ist eine Abspaltung von TrueCrypt und teilweise dazu kompatibel. Mit der Software zur Datenverschlüsselung lassen sich verschlüsselte Container erstellen, aber auch ganze Festplatten, Partitionen oder Wechseldatenträger verschlüsseln.

Wird ein verschlüsselter Container mit VeraCrypt erstellt, kann dieser auf einen beliebigen Cloud-Speicher hochgeladen werden. Dieser Container enthält dann die zu schützenden Dateien,

VeraCrypt ist kostenlos und wird im Unterschied zu TrueCrypt weiterentwickelt.

Link: veracrypt.fr

Verschlüsselter Cloud-Speicher

Es gibt auch Cloud-Speicher, der von Haus aus die Dateien beim Hochladen verschlüsselt und diese somit nicht einsehbar für den Anbieter speichert. Vor dem Umstieg auf einen neuen Anbieter ist zu prüfen, ob Apps für alle benötigten Betriebssysteme bereitstehen. Auch sollte ein Blick auf die Preise und den Funktionsumfang geworfen werden.

Sync : Secure Cloud Storage

Sync ist ein Cloud-Speicher Anbieter mit integrierter Verschlüsselung. Die Verschlüsselung erfolgt Ende-zu-Ende. Sync nutzt keinen der bekannten Cloud-Speicher Anbieter sondern bietet den Speicher zusammen mit der Software zur Verschlüsselung an. Die Webseite spricht zwar Firmen an, die Abo-Modelle für den Speicher sind aber auch durch Privatpersonen erwerbbar.

Das kleinste Abo enthält 2 TB an Speicher und kostet monatlich 8 Dollar.

Link: Sync.com

Persönliche Meinung

Um die Sicherheit im Internet zu verbessern und die persönlichen Daten besser zu schützen, ist es ratsam sensible Daten auf Cloud-Speichern zu verschlüsseln. Nicht nur vor den Augen der Speicher-Anbieter sondern viel mehr vor dem Fall, dass unbefugte Dritte oder Hacker sich Zugang verschaffen. Sollte das passieren, sehen diese nur Datenmüll.

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