Verbraucherzentrale klagt gegen die Drosselung von LTE-Verträge der Deutschen Telekom

Telekom

Die Telekom hat es dieses Jahr nicht einfach. Im April verkündigte die Telekom, dass ab 2016 viele Tarife eine Volumenbegrenzung (75GB) erhalten bei deren Erreichung die Geschwindigkeit auf 384 Kbit/s gedrosselt wird. Nach viel negativer Presse, einigen erfolglosen Petitionen und etwas Druck aus der Politik relativierte die Telekom ihr Vorhaben und räumte eine Drosselung auf 2 Mbit/s ein. Dies ist für die meisten Haushalte aber bei Weitem nicht genug. Zufrieden war damit niemand, auch nicht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese klagte und bekam am 30. Oktober vom Landgericht Köln recht:

Steht in einem Vertrag Flatrate, erwartet der Kunde eine Flatrate und keine Volumenbegrenzung oder Geschwindigkeitsdrossel. Das Landgericht gab der Verbraucherzentrale NRW Recht und erklärte die Klauseln für die Drosselpläne für unzulässig.

Nun folgte heute die nächste Abmahnung der Telekom. Dieses Mal von der Verbraucherzentrale Sachen und es geht um die LTE-Tarife für Kunden die kein schnelles Internet via DSL bekommen. Unter der Bezeichnung Die Drossel vom Lande ist die Verbraucherzentrale Sachen der Meinung, dass der Tarif Call & Surf Comfort via Funk die Kunden unangemessen benachteiligt, da auch dieser eine Volumenbegrenzung beinhalten. Der kleinste Tarif drosselt schon nach 10GB wirbt aber mit Internet Flat:

Telekom LTE

 

Die Verbraucherzentrale argumentiert, dass das Versprechen, ländliche Regionen die keinen Zugang zu schnellem Internet haben via Funk zu versorgen, gebrochen wird da weder das Volumen noch die Drossel vernünftiges Surfverhalten ermöglichen und die Tarife den Eindruck blumiger Werbeversprechen vermitteln. Eine Versorgung ländlicher Gebiete mit schnellem Internet sieht die Verbraucherzentrale mit diesen Tarifen nicht gegeben. Die Telekom hat bis zum 11. Dezember Zeit eine Unterlassungserklärung abzugeben, andernfalls werden die Gerichte über die Zulässigkeit der Regelungen entscheiden müssen.

Persönliche Meinung: In meinem Elternhaus ist bis jetzt nur DSL mit maximal 384Kbit/s verfügbar, was absolut unbrauchbar bei einem fünf Personenhaushalt ist. Trotz dieser langsamen Leitung verbrauchten wir ca. 30GB bis 40GB pro Monat. Ende 2012 wurde dann LTE via Vodafone verfügbar, max. 21,6 kbit/s, max 15GB, dann auch die Drossel. LÄCHERLICH! Ich hab meine Eltern trotzdem auf LTE umgestellt, da es günstiger war und zu diesem Zeitpunkt meine Geschwister und ich ausgezogen waren.

Das Internet ist für meine Eltern nun schneller, aber nicht besser. Monatliche Updates für Laptops, Smartphones und Tablets verbrauchen schon einen großen Teil des Volumens. Wie würde das aber bei einem fünf Personenhaushalt mit internetaffinen Kinder aussehen? Filme streaming? Musik online kaufen? Spiele und Anwendungen online kaufen (Steam, PS4, Xbox One, Apps für iOS, Android, Windows Phone)? Regelmäßg mit Freunden Skypen? Updates für 5 Computer, 5 Smartphones und meheren Tablets? Da ist der Haushalt nach einem Tag wieder in der Steinzeit.

Ich verstehe, dass jeder LTE Mobilfunkmast nur eine gewisse Bandbreite hat. Je mehr Anschlüsse verbunden sind desto weniger Bandbreite hat der individuelle Vebraucher. Wozu werden dann aber Anschlüsse mit 50 Mbit/s verkauft? Das ist wieder nur blumiges Werbeversprechen, da nach 30GB Schluss ist. Ich hab mich gewundert, wieso Vodafone und Telekom nicht einen 5 Mbit/s Anschluss mit richtiger Datenflat anbieten. Ja das sind nur 3 Mbit/s mehr als die Telekom Drossel aber für viele ländliche Verbraucher wäre das ein immenser Fortschritt und Vodafone / Telekom könnte weiter ihr Netz ausbauen, in mehr Bandbreite investieren während Kunden in den Genuss von schnellem Internet kommen würden. Hier wird den Kunden etwas geboten, was sie noch nicht haben. Bei den Drosselplänen wird den Kunden etwas weggenommen, dass sie ursprünglich schon hatten und auch schon vorher über Jahre hinweg bezahlt haben.

Quelle: Caschys Blog

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