Raspberry Pi: Die neue Desktopumgebung heißt PIXEL

Besitzer eines Raspberry Pi kennen das dazugehörige Betriebssystem Raspbian. Das auf Debian basierende OS wurde speziell für den kleinen Computer angepasst um auf dessen Hardware optimal zu laufen. In den letzten zwei Jahren wurde nicht nur Raspbian weiterentwickelt sondern im Hintergrund liefern Verbesserungen am Desktop. Diese sind jetzt final und da die Änderungen recht umfangreich sind, wird Raspbian in PIXEL umbenannt.

PIXEL für den Raspberry Pi steht für Pi Improved Xwindows Environment, Lightweight und zielt auf die Änderungen und Verbesserungen am Xwindows ab. Die meisten Änderungen beziehen sich auf die Darstellung des Desktops, hinzugekommen sind aber auch einige funktionale Änderungen sowie neue Anwendungen.

Raspberry Pi PIXEL
Raspberry Pi PIXEL (Bild: raspberrypi.org).

Raspberry Pi: Die neue Desktopumgebung heißt PIXEL

Das Wichtigste vorweg: Wo gibt es PIXEL für den Raspberry Pi als Download? Diese können direkt von der Download-Seite bezogen werden. Dort findet sich ein 4 GB großes Image von Raspbian + PIXEL. Benutzer eines bestehen Jesse Image können dieses wie folgt updaten:

sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade
sudo apt-get install -y rpi-chromium-mods
sudo apt-get install -y python-sense-emu python3-sense-emu
sudo apt-get install -y python-sense-emu-doc realvnc-vnc-viewer

Anschließend ist ein Neustart durchzuführen.

Wer RealVNC im Einsatz hat, kann Raspbian wie folgt aus der Ferne updaten:

sudo apt-get install -y realvnc-vnc-server

Was ist neu bei PIXEL für den Raspberry Pi?

PIXEL ist ab sofort im Image von Raspbian enthalten. Zu erkennen ist das schon beim Booten, denn anstatt den Bootzeilen zeigt PIXEL einen Startbildschirm an. Im Startbildschirm können Benutzer auch die Versionsnummer von PIXEL ablesen. Geändert wurden zudem die Icons des Systems. Diese sollen jetzt mehr businesslike sein mit einem Hauch Verspieltheit. In den Menüs der einzelnen Programmen werden die Icons nun der Übersicht halber ausgeblendet.

Neue Icons unter PIXEL (Bild: raspberrypi.org).
Neue Icons unter PIXEL (Bild: raspberrypi.org).

Zusätzlich werden unter PIXEL 16 Aufnahmen von einem Fotografen aus der Foundation als Wallpaper bereitgestellt. Diese sind bei Bedarf unter /usr/share/pixel-wallpaper/ zu finden. Auch beim Login erkennt der Benutzer, dass PIXEL sich mehr an gängigen Betriebssystemen orientiert. Das Betriebssystem meldet zudem den Benutzer automatisch ab, wenn dieser länger nicht aktiv ist. Die Fenster unter PIXEL wurden ebenfalls überarbeitet und modernisiert und besitzen nun die von Windows und Apple bekannten leichten Rundungen an den Ecken.

Fensterrahmen unter PIXEL sind nun leicht abgerundet (Bild: raspberrypi.org).
Fensterrahmen unter PIXEL sind nun leicht abgerundet (Bild: raspberrypi.org).

Zu den neuen Funktionen gehört das vollständige Deaktivieren von WLAN und Bluetooth. Beim Raspberry Pi 3 gilt das aber nur für die Module die auf der Raspberry Pi Platine sind.

Als neue Software findet sich RealVNC zum Steuern des Raspberry Pis aus der Ferne. Benutzer die vorher auf xrdp gesetzt haben, müssen dieses vor der Verwendung von RealVNC zwingend deaktivieren. Zudem ist auch der SenseHAT Emulator jetzt vorinstalliert.

RealVNC ist ab sofort vorinstalliert unter PIXEL (Bild: raspberrypi.org).
RealVNC ist ab sofort vorinstalliert unter PIXEL (Bild: raspberrypi.org).

Mit PIXEL wird der Epiphany Web-Browser durch eine Chromium-Version abgelöst. Diese beinhaltet die vorinstallierten Erweiterung h264ify wodurch YouTube-Videos von der Hardware-Beschleunigung profitieren sollen. Auch uBlock Origin ist schon installiert und soll sicherstellen, dass Werbung den Raspberry Pi beim Surfen nicht ausbremst.

Persönliche Meinung

Der Desktop unter Raspbian war etwas angestaubt aber dafür funktional. Das ursprüngliche Ziel der Hard- und Software ist es jungen Menschen so günstig wie möglich den Zugang zu einem Computer zu ermöglichen um Programmieren zu lernen. Dass man sich jetzt um eine etwas frischere Optik gekümmert hat, ist schön. Denn irgendwie muss Software auch immer ein bisschen sexy sein. Wichtig dabei ist, dass die Designverbesserungen nicht zu Lasten der Raspberry Pi Hardware gehen.

Quelle: Raspberry Pi Blog

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