ProtonMail via Tor: Mehr Sicherheit dank Onion-Site

ProtonMail ist ein Maildienst aus der Schweiz, der sehr hohen Wert auf Privatsphäre und Sicherheit durch Ende-zu-Ende verschlüsselte E-Mails legt. Um den Benutzern von ProtonMail noch mehr Sicherheit und Privatsphäre zu bieten, gibt es zusätzlich zur Webseite auch eine Zugriffsmöglichkeit auf die E-Mails über das Tor-Netzwerk.

Dadurch möchten die Anbieter des Maildienst eine mögliche Zensur und Überwachung der PotonMail Nutzer umgehen. Der Schweizer Maildienst ist in den letzten zwei Jahren stark gewachsen und hat auch durch die US-Wahl zahlreiche neue Nutzer gewonnen.

ProtonMail via Tor: Mehr Sicherheit dank Onion-Site

ProtonMail entstand 2013 aus einem Crowdfuning Projekt und zählt zwischenzeitlich über 2 Millionen Nutzer. Der Dienst basiert auf einem Fremium-Modell. Basisfunktionen lassen sich kostenlos nutzen. Mehr Funktionen, wie beispielsweise ein größeres Postfach, kosten eine jährliche Gebühr. Werbung wie bei Google oder Yahoo schaltet der Maildienst nicht.

ProtonMail via Tor
ProtonMail ist via Tor erreichbar (Bild: ProtonMail.com).

Damit ProtonMail-Nutzer weiterhin von Regierungen und anderen Organisationen unbehelligt Nachrichten austauschen können, ist der Maildienst ab jetzt auch über das Tor-Netzwerk erreichbar. Das Unternehmen aus der Schweiz möchte damit einer möglichen Zensur und Blockade von ProtonMail vorgreifen.

https://protonirockerxow.onion

Es gibt zahlreiche Gründe wieso Benutzer ProtonMail über das Tor-Netzwerk aufrufen möchten. Traffic der über das Tor-Netzwerk geleitet wird, lässt sich von einem Gegner nur schwer abhören. Dadurch wird es schwieriger herauszufinden, dass ein Nutzer ProtonMail verwendet.

Das Tor-Netzwerk sorgt für eine zusätzliche Verschlüsselung des Traffics und erhöht damit die Schwierigkeit eines Man-In-The-Middle Angriffs. Zusätzlich wird die Verbindung zu ProtonMail zusätzlich anonymisiert. Selbst die Betreiber von ProtonMail kennen somit die wirkliche IP des Benutzers nicht.

Persönliche Meinung

Wie bei allen Webseiten im Tor-Netzwerk muss der Computer für den Zugriff darauf entsprechend eingerichtet werden. Das ist zwischenzeitlich kein Hexenwerk und im Blog von ProtonMail findet sich eine entsprechende Anleitung. Der Maildienst ermöglicht keine 100 prozentige Sicherheit, dürfte jedoch deutlich privater und anonymer als viele andere Maildienste sein. Für alle, die die persönliche Sicherheit im Internet ernst nehmen, ist diese Erweiterung eine sehr gute Nachricht. Für viele Benutzer wird der Zugriff auf ProtonMail über Tor aufgrund der fehlenden Geschwindigkeit eher unkomfortabel sein. Privatsphäre und Sicherheit haben immer einen Preis.

Interessant ist, dass immer mehr Dienste zur privaten und sicheren Mail-Kommunikation entstehen. Mit DIME, dem Nachfolger von Lavabit, wird zeitnah ein weitere Dienst seine Pforten öffnen und Nutzern ein sicheres Kommunikationsmittel anbieten.

Quelle: ProtonMail Blog

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