Kontowechsel: Banken müssen Kunden beim Bankwechsel helfen

Ab dem 18. September müssen Banken wechselwilligen Kunden beim Umzug zu einer neuen Bank helfen. Kommt jetzt die große Wechselwelle auf die Banken zu? Ein neues Gesetzt sieht vor, dass der Kontowechsel spätestens innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen ist, inklusive Übernahme von Daueraufträgen. Eine bitkom Studie zeigt, dass viele Bankkunden den Aufwand für einen Kontowechsel noch scheuen.

Im April 2014 hat das Europäische Parlament die neue Richtlinie über Zahlungsdienste verabschiedet, die am 18. September 2016 in Kraft tritt. Diese legt ausdrücklich fest, dass der Kontowechsel vereinfacht werden soll.

Kontowechsel - Banken müssen beim Wechseln helfen
Kontowechsel: Banken müssen beim Wechseln helfen (Bild: pixabay.com).

Kontowechsel: Banken müssen Kunden beim Bankwechsel helfen

Banken und Sparkassen dürfen Kunden zukünftig beim Kontowechsel nicht mit übermäßigem mit bürokratischen Aufwand behindern und der Wechsel muss spätestens innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen sein. Auch dürfen keine überhöhten Entgelte für den Kontowechsel erhoben werden. Entgelte müssen sich an den tatsächlichen Kosten des Zahlungsdienstleisters orientieren. Der Kontowechsel soll laut Richtlinie über Zahlungsdienste zukünftig wie folgt ablaufen:

  • Der Kontowechsel wird über die neue Bank des Kunden eingeleitet. Dazu muss der Kunde dieser eine Ermächtigung erteilen.
  • Die alte Bank muss auf Anfrage der neuen Bank eine Liste aller bestehenden Daueraufträge und sämtliche verfügbaren Informationen zu Lastschrifteneinzugsermächtigungen zur Verfügung stellen. Spätestens zwei Tage nachdem der Kunde die Ermächtigung zur Übertragung unterschrieben hat, muss die alte Bank sämtliche Daueraufträge und Einzugsermächtigungen löschen.

Auch wenn laut der oben erwähnten bitkom Studie 67% der Befragten einen Kontowechsel aufgrund des Aufwands scheuen, findet sich mit 30% die höchste Wechselbereitschaft innerhalb der finanzstarken Altersklasse der zwischen 30 bis 49 jährigen Kunden.

Für viele Banken und Kunden kommt die Unterstützung beim Kontowechsel zu einer guten Zeit. Durch die negativen Zinsen auf bei der EZB geparktem Geld erwirtschaften Banken und Sparkassen kaum bis gar keine Erträge mit dem herkömmlichen Zinsgeschäft. Bei einigen Instituten machen (machten) diese Zinsgeschäfte bis zu 70 Prozent des Ertrags aus. Um weiterhin Geld verdienen zu können, erheben und erhöhen immer mehr Banken die Kontoführungsgebühren. Gerade für Filialbanken sieht die Lage teilweise dramatisch aus.

Einige Startups haben sich hier schon rechtzeitig in Position gebracht und bieten digitale Kontowechsel-Prozesse für die Banken an. Diese lassen sich in die bestehende Infrastruktur der Institute integrieren. Dazu gehören unter anderem FinreachFino und Kontowechsel24.

Persönliche Meinung

Seid ihr als Kunden von steigenden Girokontopreisen betroffen? Nachdem die Kreissparkasse Waiblingen die Kontogebühren für einige Kunden teilweise über 200% erhöht hatte, war auch für mich der Wechsel angesagt. Mein Kontowechsel zur 1822direkt wurde durch den Kontowechselservice von Fino abgewickelt und ich persönlich kann nur positives berichten. Kostenlos, einfach und unbürokratisch wurden alle Unternehmen, die bisher per Lastschrift abgebucht haben, automatisch über die neue Kontoverbindung informiert. Das spart mir jetzt jährlich etwas mehr als 180 Euro.

Wer sich mit dem Thema schon beschäftigt, findet im Vergleich von kostenlosen Girokonten einen guten Anhaltspunkt. Hier sind alle Banken aufgelistet, bei denen keine Kontoführungsgebühren erhoben werden. Da immer mehr Banken und Sparkassen die Preise für die Girokonten erhöhen, kann sich der Wechsel durchaus lohnen.

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