Was ist E-Sports und warum schauen Leute sich das an?

In den nächsten Jahren wird sich das wettbewerbsorientierte Gaming zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Industrie entwickeln, die sogar bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris reichen könnte. Aber was ist E-Sports, und warum schauen sich die Menschen Gaming-Turniere anstelle von Fußballspielen an?

E-Sports können jede Form von wettbewerbsfähigem Spiel sein. Von außen sieht die Welt des wettbewerblichen Gaming aus, als ob sie auf großen Turnieren basiert. Dabei entsteht ein starker Fokus auf teambasierte Spiele wie Fortnite, Counter-Strike oder Overwatch.

Diese Turniere werden typischerweise in großen Arenen und manchmal in speziellen Spielarenen, Schulen, nerdigen Arkaden und Bars abgehalten. Sie werden normalerweise über Twitch oder YouTube live übertragen oder von einem großen Netzwerk wie ESPN oder der BBC gestreamt.

Was ist E-Sports und warum schauen Leute sich das an?

Aber das ist nur der Blick von außen. Wie der Boden eines Eisbergs ist der größte Teil der Gaming-Community unsichtbar. Es gibt Tausende von kleinen und nicht unbedingt amateurhaften, konkurrierenden Gaming-Communities.

Einige davon konzentrieren sich auf digitale Kartenspiele wie Hearthstone, andere spielen Kämpfer wie Mortal Kombat und Smash Brothers und eine noch kleinere Gruppe von Spielern konzentriert sich auf „Speedruns“. Dabei gilt es ein Singleplayer-Spiel so schnell wie möglich durchzuspielen.

Einige dieser Gamer treten live mit ihren Spielen auf Twitch oder Youtube auf, während andere einfach über Discord, eine Chatsoftware, kommunizieren.

E-Sports zieht zehntausende Zuschauer an
E-Sports zieht zehntausende Zuschauer an (Bild: pixabay.com).

Aufgrund der Vielzahl von Wettbewerbsspielen auf dem Markt und dem einfachen Zugang zu Livestreaming ist es schwierig, E-Sports genau zu verstehen oder zu definieren. Aber eines ist sicher: E-Sport ist dem „normalen“ Sport ähnlich.

E-Sports sind wie „echter“ Sport.

Die meisten Menschen sehen einen klaren Unterschied zwischen Gaming und Athletik. Dabei wird Gaming oft als ungesund und unsozial abgestempelt. Genau das Gegenteil vom Breitensport.

Solange man Sport nicht ausschließlich aus als „etwas, das draußen passiert“ definiert, ist es schwer, ernsthafte Unterschiede zwischen „echtem“ Sport und E-Sport zu finden.

Wie „echte“ Athleten müssen E-Sports Spieler regelmäßig trainieren, um in Topform zu bleiben. Sie entwickeln Muskeln, die mit der von ihnen gewählten Sportart zusammenhängen, und müssen eine gute Haltung einnehmen, um Verletzungen (Karpaltunnel und Arthritis) zu vermeiden.

Überraschenderweise halten sich einige professionelle Spieler an strenge Diäten und trainieren Beherrschung, um ihren Körper auf Höchstleistung zu bringen.

Die Welt des E-Sports ist auch unglaublich sozial. Wie Fußballfans entwickeln auch E-Sport-Fans enge Freundschaften miteinander, auch wenn das Spielen das Einzige ist, was sie gemeinsam haben. Und weil das Spielen über Internet erfolgt, entstehen viele dieser Freundschaften trotz sozialer, wirtschaftlicher oder physikalischer Grenzen.

Ganz zu schweigen davon, dass Wettkämpfe eine Menge Geld generiert. Business Insider prognostiziert, dass der umkämpfte Gaming-Markt bis 2020 einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar haben wird.

Diese Zahlen beinhalten nicht das Geld für die Gaming-Hardware wie Computern und Gaming-Tastaturen. Sicher, die einige Fußballmannschaften sind doppelt so viel wert wie der gesamte E-Sports-Markt, aber diese Lücke wird sich im Laufe der Zeit sicherlich verringern.

E-Sports ist schon lange in der breiten Masse angekommen
E-Sports ist schon lange in der breiten Masse angekommen (Bild: E-Sports begeistert Massen).

Muss man E-Sports als „echten“ Sport akzeptieren?

Nicht wirklich. Es besteht eine gute Chance, dass die breite Öffentlichkeit immer eine Unterscheidung zwischen Leichtathletik und E-Sports trifft, auch wenn Gaming bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris für Furore sorgen kann. Interessant dabei ist, dass das Olympische Komitee Schach seit zwei Jahrzehnten als Sport anerkennt. Die wenigsten Menschen denken aber bei Schach an Sport.

Computerspiele sprechen alle Altersgruppen an

Oft neigt man dazu Computerspiele als etwas für Kinder und Jugendliche zu betrachten, was nicht ganz unwahr ist. Aber die größten Spiele des letzten Jahrzehnts, wie Minecraft und DOTA, waren erfolgreich, weil sie alle Altersgruppen ansprechen. Wettkampfspiele und traditioneller Sport sind aus dem gleichen Grund erfolgreich.

Laut einer ESPN-Umfrage sind die meisten Top-Gamer in ihren 20ern. Und laut der gleichen Umfrage sind die besten Fußball-, Basketball-, Hockey- und Baseballspieler auch in den 20ern.

Natürlich sprechen wir hier von den Besten der Besten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein traditioneller Sportler als Teenager glänzt oder bis weit in die 30er oder 40er Jahre.

Und da die National Federation of High School Associations weiterhin E-Sports-Teams in High Schools ausbildet, werden mehr Kinder und Erwachsene in die professionelle Gaming-Szene einbezogen.

Eigentlich ist der Start beim E-Sports nicht anderes als der Start beim Fußball. Ein junger Fußballfan folgt im Fernsehen und online den berühmten Spielern. Er kauft Trikots und spielt in der Freizeit Fußball. Durch den lokalen Verein wird sein Talent erkannt und junge Fußballfan steigt langsam auf. Trainiert mehr und wird besser bis er in der Profiliga landet.

Ein junger Fußballfan folgt den berühmten Spielern, geht in Stadion und finanziert mit dem Trikotkauf das Team und wird vielleicht selbst professioneller Spieler. Ein älterer Fußballfan spielt mit Freunden, kann mit einem Team mithalten oder die Rolle eines Trainers, Gastgebers, Sponsors oder eines Managers übernehmen.

Am Ende ist eine Altersgruppe ohne die andere nutzlos. Ohne Erwachsene Spieler haben junge Spieler nirgendwo zu konkurrieren, und keinen finanziellen Anreiz, Spiele zu üben. Aber ohne junge Spieler haben Erwachsene nichts zu sehen, ihre Zeit zu investieren oder Geld zu verdienen.

Jeder kann an E-Sports teilnehmen
Jeder kann an E-Sports teilnehmen (Bild: pexels.com).

Warum nicht einfach selbst spielen?

Es gibt nichts Schlimmeres, als auf einer Couch zu sitzen und dem besten Freund zuzusehen, wie er ein Spiel spielt. Deshalb lautet die ewige Frage rund um E-Sports und Onlinespiele im Allgemeinen: „Warum spielst du das Spiel nicht, anstatt jemand anderem zuzusehen, wie er es spielt?“

Das führt natürlich zu einer anderen Frage. „Warum ein Fußballspiel ansehen, wenn man rausgehen und Fußball spielen kann?“ Es ist unmöglich, eine solide, allumfassende Antwort zu finden. Vielleicht bist du nicht in der Lage, eine Sportart zu betreiben oder vielleicht möchtest du sehen, wie professionelle Spieler abschneiden. Vielleicht gibt es keinen Grund. Vielleicht magst du einfach nur Sport.

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