Spieletest: Mittelerde – Mordors Schatten

Das Spiel ist zwischen der Handlung von Der kleine Hobbit und Der Herr der Ringe Trilogie angesiedelt. Sauron beginnt seine Armee an Orks und Uruks aufzubauen, welche es geschafft hat, die bewachte Grenze zwischen Mordor und Gondor zu überschreiten. Der Protagonist Talion, ein Waldläufer aus Gondor, wurde dabei getötet, jedoch der Übergang in das Reich der Toten bleibt ihm verwehrt. Dabei wurde (aus ungeklärten Gründen) eine Verbindung mit einem uralten Geist eingegangen. Dadurch stehen dem Spieler außergewöhnliche Fähigkeiten zur Verfügung.

Spielverlauf

Mittelerde: Mordors Schatten besteht aus Hauptmissionen sowie optionalen Nebenmissionen. Während die Hauptmissionen den Handlungsstrang weiterspinnen, können über die Nebenmissionen zusätzliche Erfahrungspunkte gesammelt werden, die das Gelingen der Hauptmissionen leichter von der Hand gehen lassen.

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Das Hauptziel ist die aufstrebende Armee Saurons während des Spiels zu schwächen und einen Gegenschlag vorzubereiten. Natürlich soll dabei auch Vergeltung von dem Mord an Talions Frau und Sohn geübt werden. Die Armee ist hierarchisch aufgebaut mit Warloards und Captains (in der englischen Fassung) sowie Uruks und den schwächeren Orks als Fußvolk. Gleichzeitig stehen dem Spieler eine Fülle an Informationen zur Landschaft und den Spielfiguren zur Verfügung, wodurch der er tiefer in das Szenario hineingezogen wird. Der Spielehersteller hält sich dabei streng an Tolkins Vorgaben, geht somit aber auch kein Risiko ein, Tolkin Fans zu vergraulen. Optionale Artefakte lösen kurze Konversationen zwischen Talion und dem Geist aus, die über vergangene oder aktuelle Zustände in Mittelerde diskutieren und dem Spieler weitere Einblicke gewährleisten.

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Die von mir gespielte deutsche Version startete überraschend in Englisch, vermutlich weil die PlayStation 4 noch auf Großbritannien eingestellt ist. Wer der englischen Sprache mächtig ist, sollte dies auch tun. Die Orks und Uruks sprechen mit fantastisch britischen Akzenten.

Das Gameplay Video zeigt ein kurzes Gefecht mit mehreren Orks. Kämpfe dieser Größenklasse gehören zu den leichten Konfrontationen. Weiter wird gezeigt, wie Informationen über Saurons Armee besorgt werden können, welche Fähigkeiten Talion durch den Geist erhält, der Einsatz von Pfeil und Bogen, sowie Zusatzinformationen über gefundene Artefakte.

Spielgestaltung

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels darf als eingangs herausfordernd bezeichnet werden. Später stumpft das Anforderungslevel jedoch ab. Kampfkombinationen müssen auf jeden Fall beherrscht und Neue gelernt werden, ansonsten ist man in Kämpfen schnell unterlegen. Das Spielen der Nebenmissionen empfiehlt sich um neue Skills freischalten zu können. Zum Handlungsstrang tragen die Nebenmissionen jedoch nicht bei. Gelegentliches Sterben im Kampf muss in Kauf genommen werden.

Vieles in Mittelerde: Mordors Schatten erinnert sehr stark an Assassin’s Creed. Das Open World Prinzip, klettern, kämpfen, schleichen sich in Büsche verstecken, kennt man alles schon von Ubisoft. Viele Missionen lassen sich zudem auf zwei Arten lösen. Schleichend oder mit der Hau-Drauf-Taktik. Das Ergebnis bleibt das Gleiche. Man läuft über die Karte zu den Missionen und startet diese dann. Es können Türme freigeschaltet werden um die Übersicht über ein neues Gebiet zu erhalten. Um Zeit zu sparen und nicht quer über die Karte rennen zu müssen, kann sich Talion zu diesen Türmen teleportieren. Auch das Kampfgeschehen erinnern an Assassin’s Creed. Orks und Uruks können per Attacken von oben ausgeschaltet werden. Talion kann sich von hinten anschleichen und wird er von einem Ork gesehen, erhöht sich dessen Aufmerksamkeit in zwei Stufen. Solange ein gelber Pfeil über dem Ork ist, kann man sich einfach aus dessen Sichtfeld stehlen und nichts ist passiert. Erscheint ein roter Pfeil wurde Talion entdeckt und der Ork sucht aktiv die Konfrontation.

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Sehr gut gefällt, dass zum Besiegen von Captains und Warloards Informationen gesammelt werden können. Diese zeigen Stärken und Schwächen des jeweiligen Uruks auf. Das empfiehlt sich auf jeden Fall, um im Kampf die richtige Strategie zu verfolgen. Beispielsweise sind manche Warloard gegen Angriffe aus der Ferne immun, andere lassen sich nur per Pfeil und Bogen oder geworfenen Dolche signifikant verletzen. Gleichzeitig gibt es stetig Machtkämpfe unter den Uruks, in die sich Talion einmischen kann um Saurons Armee weiter zu schwächen. Stirbt Talion im Kampf oder ist der Versuch einen Machtkampf zu lösen erfolglos, gewinnt der jeweilige Ork an Stärke und steigt gegebenenfalls im Rang innerhalb der Armee auf. Grundsätzlich eine interessante Idee, leider jedoch ohne tieferen Einfluss auf den Handlungsstrang des Spiels.

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Mit einem Auge auf bevorstehende Kämpfe gegen Warloards und auch den etwas schwächeren Captains sollten die Skills von Talion aufgerüstet werden. Liegt die Verwundbarkeit des Gegners etwa bei Komboattacken, empfiehlt es sich, falls möglich, vor dem Kampf eine Neue freizuschalten.

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Grafik

Mittelerde unterliegt einem normalen Tag- und Nachtzyklus inklusive Sonnen- und Mondschein sowie gelegentlichem Regen. Auf der PlayStation 4 läuft alles ohne Ruckeln oder Stottern. Abstürze kamen keine vor. Licht und Schatten sorgen für eine sehr real aussehende Landschaft. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, die Trostlosigkeit und Zerstörung in einem von Orks bewohnten Land darzustellen. Ähnlichkeiten zu Der Herr der Ringe bleiben da nicht aus. Auch Blätter in Büsche bewegen sich, wenn Talion sich darin versteckt. Leider hat das Wetter keine Auswirkung auf das Spiel. Bei Dunkelheit sehen die Orks Talion genauso gut oder schlecht wie bei Sonnenschein.

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Die Kämpfe sind flüssig dargestellt und das spontane Abwehren einer Attacke während eines Angriffes erfolgt sauber. Gelegentlich kann die Übersicht verloren gehen, wenn mehr als 20 Orks Talion an den Hals wollen. Spielehilfen, wann abgewehrt werden muss (siehe Video unten), sorgen dann für reduzierte Frustration. Meine Version wurde als 100% Uncut beschrieben und manche Szenen sind sehr darstellungsreich. Auf der anderen Seite fließt kein rotes Blut (Orkblut ist schwarz) und das Blut das fließt, sieht mehr wie Blasen aus. Definitiv nicht Kill Bill Style.

Zusammenfassung

Mittelerde: Mordors Schatten bietet viel Spielzeit für den Preis. Aktuell bin ich bei 39% bei knapp 22 Spielstunden. Anfänglich sorge das Spiel für frustrierende 10 Minuten, da versehentlich gleich ein Kampf mit einem Captain und 15 Orks provoziert wurde. Absolut unterlegen und unwissend in den Fähigkeiten von Talion war der erste Tod nervig. Seitdem sorgt Mittelerde: Mordors Schatten für eine Menge Spielspaß – trotz oder vielleicht gerade wegen der starken Ähnlichkeit zu Assassin’s Creed. Möglicherweise ist das Spiel kein Grafikkiller wie Killzone oder Destiny, dafür besitzt es eine Storyline die Spaß macht und Fan von Der Herr der Ringe oder Der kleine Hobbit gefallen dürfte.

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Mittelerde: Mordors Schatten sollte auf jeden Fall ohne Kopfhörer gespielt werden. Das Spiel integriert den Lautsprecher des DualShock 4 Controllers hervorragend und sorgt auf der einen Seite für eine gruselige Atmosphäre durch ein zusätzliches Echo oder Blätterrascheln. Auf der anderen Seite kündigt der Controller akustisch an, wenn im Kampf Zusatzkombos zur Verfügung stehen. Das Aufladen sogenannter Kill Strikes erlaubt das sofortige Töten von Orks und Uruks, steht aber erst nach mehreren erfolgreichen Schlägen zur Verfügung.

Bricht man das Spiel herunter, besteht es prinzipiell nur aus dem Abschlachten von Uruks und Orks mit einem sehr linearen Handlungsstrang sowie einer starken Anlehnung an Assassin’s Creed. Im Gegensatz zu Assassin’s Creed will Kämpfen in Mittelerde gelernt sein, sonst ist man einem Mob aus 20 Gegnern schnell unterlegen. Schön wäre gewesen, wenn weitere Herausforderungen wie das Lösen von Rätzeln oder anspruchsvolle Kletterpartien geben würde.

 

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2 Gedanken zu „Spieletest: Mittelerde – Mordors Schatten

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