Review: Angry Birds Go! – Wie Mario Kart, nur schlechter!

Angry Birds Go!

Angry Birds Go! ist seit dem 11. Dezember für iOS, Android, Windows Phone 8 und BlackBerry verfügbar. Anstatt mit Vögel auf Schweine zu schießen müsst ihr bei Angry Birds Go! in einem Seifenkistenrennen gegen Schweine oder andere Vögel bestehen. Das Spielprinzip erinnert sehr stark an Mario Kart mit dem dem Unterschied, dass es jeweils nur einmal den Berg hinab geht und nicht mehrere Runden zu fahren sind. Der Spieler startet anfänglich mit dem bekannten roten Vogel und kann zwischen verschiedenen kostenlosen und kostenpflichtigen Karts wählen. Hier liegt dann auch die große Schwachstelle von Angry Birds Go! Das Spiel ist nach dem Freemium Prinzip aufgebaut. Es kann kostenlos aus den jeweiligen App-Stores bezogen werden, gewisse Gegenstände die den Spielablauf vereinfachen kosten jedoch Geld. Und hier hat ROVIO meiner Meinung nach übertrieben, extrem übertrieben.

Spielverlauf

Das Spielprinzip ist sehr gut aufgebaut und wer Mario Kart gespielt hat, dürfte einige Elemente wiedererkennen. Die Karts mit denen kostenlos gestartet werden kann, haben unterschiedliche Vorteile zum Beispiel in der Höchstgeschwindigkeit oder Beschleunigung. Mit jedem gewonnenen Rennen sammelt man Münzen mit denen dann die Leistung der Karts verbessert werden kann. Die Gesamtleistung des Karts spiegelt sich dann im ansteigenden Hubraum wieder, ähnlich wie bei Mario Kart. Je mehr Hubraum, desto schwieriger die Gegner. Je mehr in das eigene Kart investiert wird, desto mehr Hubraum und desto schneller. Neue Herausforderungen können erst gespielt werden, wenn das Kart eine gewisse Hubraumklasse erreicht hat.

Angry Birds Go! Challenges

Jede Strecke enthält fünf Herausforderungen. Ein Rennen gegen mehrere Gegner, gegen einen einzelnen Gegner der sich verteidigt, auf Zeit, ein Rennen in dem man eine gewisse Anzahl an Obst mit dem Kart zertrümmern muss sowie das Champion Chase, bei dem drei Mal erfolgreich gegen einen neuen Gegner gewonnen werden muss. Hat man das gemeistert wird der Gegner ein neuer eigener Fahrer. Jede Herausforderung sollte mehrmals gefahren werden, denn man erhält wichtige Münzen mit denen das Kart-Tuning bezahlt wird. Hat man das passende Kart und die Challenge die man fahren möchte, geht es los. Man muss lediglich geschickt nach links oder rechts lenken und im passenden Moment die Spezialfähigkeit des jeweiligen Vogel einsetzen. Das Kart beschleunigt von alleine, Bremsen kann man nicht. Gesteuert wird entweder per Gyroskop oder Druck auf die Pfeiltasten auf dem Display.

Angry Birds Go! Race Angry Bird Go! Race

Der Pferdefuß

Wie eingangs erwähnt ist Angry Birds Go! kostenlos im Gegensatz zu seinen auf Schweine schießenden Pendants. ROVIO möchte seine Entwicklungskosten über In-App Käufe einspielen und hat keine Gelegenheit ausgelassen den Spieler zum Kaufen von Goodies zu animieren, nein zu nötigen. Ein Beispiel gefälligst? Wie wäre es mit einem neuen Kart für 37,70 Pfund (etwa 45 €) um sich einen Vorteil zu verschaffen. Das ist viel Geld; auch wenn man aber an dieser Stelle nicht zum Kauf gezwungen wird. Es können genügend Münzen erspielen werden um das eigene Karte ausreichend zu tunen. Allerdings kann man nicht so lange Spielen wie man möchte. Jeder Fahrer kann maximal fünf Rennen fahren und ist dann erst einmal „müde“ und muss sich für 30 Minuten erholen. Egal ob das Rennen gewonnen, verloren oder abgebrochen wurde (auch das Abschießen der App hilft nichts). Möchte man weiterfahren, muss ein neuer Fahrer ausgewählt werden. Hat man Keinen, kann der Vogel mit 10 Kristalle wieder fit gemacht werden. Kristalle bekommt man in den Champions Chases oder findet man gelegentlich auf der Strecke. Hat man keine mehr können neue gegen Bares gekauft werden. 100 Kristalle, also 10 mal Vögelchen aufwecken, kosten 2,26 Pfund (etwa 2,70 €). Aus eigener Erfahrung spielt man die Vögel schneller müde als sie sich erholen können, das stört den Spielfluss und man muss eine Zwangspause einlegen oder Kristalle nachkaufen.

Angry Birds Go! Kart Angry Birds Go! Tuning

Weiterer Pferdefuß, das Spiel lässt sich nicht offline Spielen. Vor jedem Start wird nach neuen Updates geschaut, hat man keine Internetverbindung startet das Spiel nicht. Wirklich ärgerlich wenn man im Flugzeug sitzt, kein Internet im Zug hat oder sich sonst wo in einem Funkloch befindet und spielen möchte.

Persönliche Meinung: Ich habe kein Problem mit Freemium, bin aber auch kein Freund davon. Im Vergleich zu Apps die man kaufen muss, habe ich immer das Gefühl, dass man zu In-App Käufen genötigt wird. Es gibt Spiele die bekommen das sehr dezent hin, zum Beispiel Plants vs Zombies 2, Angry Bird Go! gehört jedoch nicht zu diesen dezenten Spielen. ROVIO hat hier definitiv übertrieben und Angry Birds Go! ist für mich nahezu unspielbar und nicht zu empfehlen obwohl mir das Spielprinzip gefällt. Ich würde lieber das Spiel direkt kaufen und dafür nicht warten müssen, bis die Vögel wieder munter werden oder, was ich persönlich absolut übertrieben finde, ein Kart für 45 € angeboten bekomme.

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