China verbietet Kryptowährungen

Möglicherweise haben einige Anleger und Trader weiterhin gedacht, dass China einen sehr regulierten, aber trotzdem verhältnismäßig liberalen Umgang mit Krypto-Coins finden wird. Wie die neuesten Entwicklungen zeigen, sieht der Sachverhalt komplett anders aus. Zu diesem Zweck ist es nur notwendig, dass sehr klare Statement der People’s Bank of China zu lesen. Fakten zu der aktuellen Entwicklung finden Sie in den folgenden, aktuellen Krypto-News.

Verbannung von Kryptowährungen?

Die chinesische Zentralbank setzt sich dafür ein, dass man alle Krypto-Transaktionen als illegale Finanzaktivitäten betrachtet und dementsprechend verfolgt. Auch alle Dienstleistungen sollen dazu gehören, die außerhalb des Landes von Kryptobörsen angeboten werden. Es ist nicht mehr erlaubt, Kryptowährungen in Umlauf zu bringen.

Mit diesem Verbot unternimmt China den denkbar härtesten Schritt gegen Kryptowährungen. Jedoch ist diese Entwicklung nicht vollkommen überraschend. In den vergangenen Jahren hatte China stets betont, dass in der Volksrepublik Kryptowährungen wie Bitcoin höchstens geduldet seien. Auf keinen Fall seien Crypto-Coins erwünscht, da diese zu viel Energie verbrauchten und oftmals in betrügerischer Absicht wie beispielsweise zur Geldwäsche und ähnlichen Transaktionen missbraucht würden.

Anti-Krypto-Maßnahmen – stufenweise eskaliert

Die chinesische Regierung hatte im Sommer jede Provinz nach Minern abgesucht. Letzlich wurde der Industrie der Stromhahn zugedreht. Sicher gibt es Miner, die den bisherigen Maßnahmen entgehen konnten. Möglicherweise haben sie gehofft, dass diese schwierige Phase wieder vorübergeht. Nach der Erklärung der Chinesischen Zentralbank scheint es aber, dass sich das Verbot gegen Crypto-Coins in absehbarer Zukunft nicht ändern wird.

Der Zeitpunkt dürfte jetzt gekommen sein, an dem sich Krypto-Miner endgültig von China verabschieden werden. Seit Monaten war dieser Abgang bereits sichtbar. Im September 2019 hatte China noch einen 75 Prozent Anteil von an der globalen Hash-Rate (Maß für beim Mining und Verarbeitung benutzter Rechenleistung). Im April fiel dieser Anteil auf 46 Prozent. Seit diesem Zeitpunkt nimmt er weiter stetig ab.

Seit April wird die Bitcoin-Mining-Map der Cambridge-University nicht mehr aktualisiert. Daher kann man den tatsächlichen Abfluss schwer bewerten. Spätestens seit Mai 2021 sehen Beobachter eine deutliche Abwanderung.

Kursverluste zahlreicher Kryptowährungen

Auf die Nachrichten aus China reagierten Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen mit teilweise deutlichen Kursverlusten. Bislang blieb ein Crash aber aus. Mit knapp sechs Prozent hat der Bitcoin zwar deutlich verloren. Jedoch konnte dieser Verlust auch bei anderen Anlässen beobachtet werden und ist noch nicht besorgniserregend.

Mit ca. 9 Prozent zeigt Ethereum schon mehr Nervosität. Deutliche Verluste sind ebenfalls bei Avalanche, Solana, Binance Coin, Dogecoin und Ripples XRP zu beobachten. Jedoch spielen hier mehrere Faktoren eine Rolle und der Kursverlust kann nicht komplett dem Crackdown in China zugerechnet werden. Der Absturz der Aktien unterschiedlicher Mining-Unternehmen kann aber vollkommen mit dem chinesischen Crackdown begründet werden. Die Papiere der Groß-Miner Marathon Digital Holdings und Riot Blockchain haben um etwa acht Prozent nachgegeben.

Kursverlust im Frühjahr auch durch China beeinflusst

Das verschärfte Vorgehen Chinas gegen den Kryptowährungen war auch ein wesentlicher Grund dafür, dass es ab der zweiten Maihälfte zu massive und flächendeckenden Kursverlusten gekommen war. Auf die Kryptokurse hatten sich auch die Unsicherheiten um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande deutlich ausgewirkt.

Das Kryptoverbot Chinas kommt nun als neuerlicher Schlag. Nach einem massiven Rückschlag in den Monaten Mai und Juni schienen sich die Kryptowährungen gerade wieder zu erholen. In der nächsten Zeit wird dieser wohl eingebremst, wenn nicht komplett beendet sein.

Trotz des strengen Vorgehens gegen Crypto-Coins hat sich die chinesische Regierung bereits seit langer Zeit zum Ziel gesetzt, eine eigene Digitalwährung, die staatlich kontrolliert wird, zu erschaffen. Der Test des Digital-Yuan in Feldversuchen hat bereits begonnen. 

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