Buchrezension: The Age of Context von Robert Scoble und Shel Israel

Age of Context

„The Age of Context: Mobile, Sensors, Data and the Future of Privacy“ von Robert Scoble und Shel Israel ist im September 2013 erschienen. Basierend auf der Erfahrung der Autoren wird beschrieben wie existierende und neue Technologien zukünftig unsere Welt verändern wird und könnte.

Das Buch geht von fünf technologischen Kräften aus: Mobile, Social Media, Big Data, Sensoren und ortsbasierte Technologien. Wichtig ist dabei jedoch nicht die einzelnen Informationen die pro Technologie entstehen, zum Beispiel ein Check-In via Facebook an einem bestimmten Ort, sondern der Context in dem dieser Check-In passiert. Ein Check-In auf der Einkaufsstraße an einem Samstagvormittag und der Benutzer geht einkaufen. Ein Check-In auf der gleichen Straße am Samstagabend und der Benutzer geht mit Freunden aus. Je nachdem können unterschiedliche Informationen bereitgestellt werden wie Angebote für reduzierte Kleidung oder vergünstiger Eintritt in einen Club.

Mobile spielt eine besonders wichtige Rolle, da über mobile Anwendungen die anderen vier Kräfte vereinigt und teilweise ermöglicht werden. Hinzu kommt, dass uns heute ausreichend Rechenpower zur Verfügung steht, um die gesammelten Daten der jeweiligen Benutzer auszuwerten und Muster in den Datenströmen zu erkennen. Diese Muster ermöglichen Unternehmen ein Benutzerverhalten zu progostizieren und entsprechend passende Produkte dem Kunden anzubieten.

Der große Vorteil für Kunden und Unternehmen: Kunden erhalten viel weniger und dafür relevante Werbung während Unternehmen Geld sparen aufgrund von geringeren Streuverlusten bei der Schaltung von Werbung (siehe Fernsehwerbung). Aber es geht nicht nur um Werbung. Viel mehr geht es um neue Technologien die dem Benutzer Arbeit abnehmen, das Leben erleichtern und im besten Fall die Welt etwas grüner werden lässt. Unser Wecker könnte automatisch eine halbe Stunde früher klingeln, sollte die Wettervorhersage auf einen möglichen Stau auf dem Weg zur Arbeit schließen lassen. Das via Computer gesteuerte Haus könnte die Heizung herunterfahren solange niemand Daheim ist und rechtzeitig wieder aktivieren sobald mit der ersten Person gerechnet wird, die nach Hause kommt. Selbiges kann von unterwegs aus überwacht werden und sollte ein Feuermelder aktiviert werden und niemand ist daheim, kann trotzdem die Feuerwehr gerufen werden um Schlimmeres zu verhindern.

Der große Nachteil: Benutzer werden einen Teil der Privatsphäre aufgeben müssen um in den Genuss von Context bezogener Technologie zu kommen.

Persönliche Meinung: Für alle die einen Blick in die Zukunft wagen wollen, ist diese Buch absolut empfehlenswert. Die Autoren belegen ihre Vorstellungen des zukünftig Machbaren mit existierenden Ansätzen von denen wir oft noch nichts gehört haben. Vieles hört sich futuristisch an, ist in Wahrheit jedoch nur noch wenige Jahre von der Serienreife entfernt. Hier spielt Robert Scobles weitreichendes Netzwerk zu vielen großen Unternehmen aber auch aufkommenden Start-Ups eine große Rolle. Das Buch regt zudem zum Nachdenken an. Wem gehören die Daten die über uns gesammelt werden? Wer ist in Kontrolle und was passiert mit den Informationen wenn wir diese nicht mit anderen (Unternehmen) teilen wollen? Robert Scoble und Shel Israel bestätigen, dass besonders der Datenschutz neu überdacht werden muss, zeichnen aber eine interessante Zukunft in der Information Technology.

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