Bahn.de zwingt zur Benutzung von SOFORT Überweisung *Update*

Soeben bin ich an dem Versuch gescheitert einen Gutschein für die Deutsche Bahn zu kaufen. Dieser war für meinen jüngeren Bruder gedacht, der im nördlichsten Norden Deutschlands zum Studieren wohnt und gelegentlich per Bahn zurück in den Süden kommt. Wäre heute nicht das erste Mal gewesen, dass ich via Bahn.de einen Geschenkgutschein bestellt und verschenkt hätte. Beim Bestellvorgang bin ich dann bei der Zahlungsart stecken geblieben. Hier wird mir nur SOFORT Überweisung angeboten. Laut Bahn.de wurde SOFORT Überweisung am 8. August 2013 eingeführt und soll „die bereits bestehenden vielfältigen Möglichkeiten“ ergänzen. Anscheinend wird aber SOFORT Überweisung bei den Gutscheinen als Ersatz für die bestehenden Zahlungsmöglichkeiten gesehen wie das Bild unten zeigt. Selbst als registrierter Kunde kann man weder Lastschrift noch Kreditkarte wählen.

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Was mich daran stört? Laut dein meisten Banken AGBs ist es nicht erlaubt die Zugangsdaten zum Online Banking an Dritte weiterzugeben. Sollte man das tun verstößt man gegen seine Sorgfaltspflicht als Kunde. Jedoch funktioniert SOFORT Überweisung nach diesem Prinzip. Vor Abschluss des Bestellprozess werden vom Kunden PIN und TAN abgefragt. Diese nutzt SOFORT Überweisung um die Zahlung dann selbst durchzuführen (Wikipedia zu SOFORT Überweisung). Dadurch kann SOFORT Überweisung seinem Kunden, also der Bahn.de, den Zahlungsvorgang garantieren. Im Gegensatz zur Lastschrift wird der Zahlungsvorgang sicherer für die Bahn.de und vermutlich billiger im Vergleich zur Bezahlung via Kreditkarte. Ich für meinen Teil gewähre Dritten jedenfalls nicht Zugang zu meinem Online Banking. Also mal via Twitter bei @DB_Bahn nachgefragt.

dbahn_sofortueberweisung2Bahn.de nutzt SOFORT Überweisung „wegen erhöhter Sicherheit„, sagt aber nicht für wen diese Sicherheut gilt. Alternativ kann man in ein DB Reisezentrum gehen. Letzteres geht nicht, ich wohne in England. Für mich als Kunden ist das ein Schritt rückwärts. Mir wird ein Zahlungsmittel aufgezwungen, dass mich rechtlich gegen die AGBs meiner Bank verstoßen lässt. Bei SOFORT Überweisng läuft auch nicht alles perfekt, wie zum Beispiel auf heise Security nachzulesen ist. Zudem überprüft SOFORT Überweisung nicht nur meine momentane Liquidität sondern ruft, laut Süddeutsche.de, auch meine Umsätze der letzten 30 Tage, meinen Dispokredit und weitere Kontostände bei der gleichen Bank ab. Hier wird der Kunde gründlich durchleuchtet.

Persönliche Meinung: SOFORT Überweisung ist nur zum Vorteil der Bahn, nicht für den Kunden. Die Süddeutsche.de zitiert den Vorstand von SOFORT Überweisung mit der Aussage, dass sie „der günstigste Online-Bezahldienst“ sind. Das freut mich für die Bahn, ich werde SOFORT Überweisung trotzdem nicht nutzen sondern einen Amazongutschein kaufen.

Update: Die Sofort AG hat via Twitter mitgeteilt, dass die Aussage zur Banken AGB nicht korrekt ist. Das Bundeskartellamt erkennt die Banken und Sparkassen AGBs für nichtig „soweit sie bankenunabhängigen Direktüberweisungsverfahren den Marktzutritt verwehren„.

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