Texte verfassen über die Spracheingabe mit Google Chrome

Was wäre, wenn wir zu Dateneingabe keine Tastatur mehr benötigen würden? Wenn wir einfach sprechen könnten und der Computer die Worte in Text umwandeln würde? Für viel Geld ist Spracherkennungssoftware schon seit Jahren erhältlich. Jedoch sind die Anbieter kostenpflichtiger Software nicht die einzigen, die in diesem Feld forschen. Seit einiger Zeit bietet auch Google Spracherkennungssoftware an. Ursprünglich für die Steuerung von Smartphones, zwischenzeitlich auch für die Googlesuche für den Browser Google Chrome sowie zur Spracherkennung ganzer Texte auf Smartphones erhältlich. 

Das Erstellen von längeren Texten über die Spracherkennung bietet mehrere Vorteile. Sie dürfte erstens schneller als das Tippen auf einer Tastatur sein und zweitens die Belastung des Körpers durch eine unnatürliche Körperhaltung vor dem Computer entlasten. Dabei ist zu beachten, dass der Mehrwert der Spracherkennungssoftware nur so gut wie die Software in der jeweiligen Sprache selbst ist.

Google Spracherkennung Logo (Bild: Screenshot Android).
Google Spracherkennung Logo (Bild: Screenshot Android).

Um die Qualität der Spracherkennung innerhalb von Google Chrome zu testen, wurden die letzten zwei Beiträge in diesem Blog plus dieser Beitrag über die Google Chrome Spracherkennung verfasst. Dazu muss erwähnt werden, das Google vor wenigen Monaten die Erkennung von Satzzeichen wie Punkt, Komma, Ausrufezeichen sowie Fragezeichen hinzugefügt hat, wodurch das erstellen von längeren Texten deutlich verbessert wird.

Interessant dabei ist, dass die Software aus dem Kontext heraus erkennt, welche Sprache verwendet werden soll und ob das Satzzeichen als Wort oder Satzzeichen selbst erscheinen soll. Hinzu kommt, dass die Google Spracherkennung zwischenzeitlich auch Absätze und Zeilenumbrüche auf Zuruf erstellt. Beleidigende Wörter werden dabei von Google nicht vollständig ausgegeben.

Wie gut funktioniert die Google Spracherkennung?

Vorweg sei erwähnt, dass es mir nicht möglich war, die Google Spracherkennung innerhalb des Desktop Browsers zum Laufen zu bekommen, obwohl das anscheinend möglich sein soll. Trotz der Installation von Google Chrome Beta konnte auf dem Desktop lediglich die Google Suche per Sprache aktiviert werden. Auf dem Android Smartphone sieht die Sache ganz anders aus. Über die Chrome für Android Beta App lassen sich problemlos ganze Texte auf Deutsch verfassen. Dabei ist eine klare und deutliche Aussprache jedoch extrem wichtig.

Chrome Beta
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos
  • Chrome Beta Screenshot
  • Chrome Beta Screenshot
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  • Chrome Beta Screenshot
  • Chrome Beta Screenshot
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  • Chrome Beta Screenshot
  • Chrome Beta Screenshot
  • Chrome Beta Screenshot

Nach der Installation von Chrome Beta muss in der Android Tastatur über das „Welt“ Symbol die Spracheingabe ausgewählt werden. Sobald diese aktiviert wurde, genügt auch ein Klick auf das Mikrofon auf der rechten Seite über der Tastatur.

Die Google Spracherkennung muss über die Android Tastatur aktiviert werden (Bild: Screenshot Android).
Die Google Spracherkennung muss über die Android Tastatur aktiviert werden (Bild: Screenshot Android).

Die Spracherkennung analysierte in meinem Fall stets, ob das gesprochene Wort ein deutsches oder englisches Wort war. Wurde beim Sprechen eines Textes auf das Smartphone geblickt, war erkennbar, dass einige Texte erst in drei bis vier Wörter auf Englisch begannen, anschließend aber bei weiteren gesprochenen Wörtern in den (teilweise korrekten) deutschen Satz umgewandelt wurden. Trotzdem kommt es gelegentlich zu Probleme bei der Erkennung von deutschen Wörtern, die englischen Wörtern ähnlich klingen.

Ab und zu sind Fehler bei der Rechtschreibung, insbesondere Groß und Kleinschreibung, festzustellen. Auch wird nicht jedes gesprochene Wort erkannt und als Text eingefügt. Gelegentlich (jedoch sehr selten) werden kurze Abschnitte (3 – 5 Wörter) mehrmals hintereinander eingefügt. Am besten funktioniert die Spracherkennung innerhalb Google Chrome für Android, wenn das Mikrofon nah am Mund des Sprechers ist. Alternativ kann auch ein Headset verwendet werden. Das erhöht die Spracherkennung und die Ergonomie beim Sprechen deutlich. Getestet wurde die Sprecheingabe über 10 € Skullcandy Ohrhörern, welche deutliche bessere Ergebnisse lieferten im Vergleich zum Smartphone auf dem Schreibtisch.

Google gibt beleidigende Wörter nicht vollständig aus (Bild: Screenshot Android).
Google gibt beleidigende Wörter nicht vollständig aus (Bild: Screenshot Android).

Auch wenn sich mit der Google Spracherkennung problemlos längere Texte verfassen lassen, ist ein nachträgliches Bearbeiten unumgänglich. Gerade in der deutschen Sprache verschreibt sich Google bei Kleinigkeiten, die so nicht ignoriert werden können. Interessant ist, dass ein Test vor laufendem Fernseher keine negativen Auswirkungen auf die Spracherkennung hatte. Auch wurden die Konversationen im TV zu keiner Zeit von der Software aufgenommen.

Wie funktioniert die Spracherkennung?

Die über das Mikrofon aufgenommene Sprache wird komprimiert an die Google Server weitergeleitet, dort analysiert und als Text zurück an das Endgerät geschickt. Dabei wird, wie oben erwähnt, teilweise während der Eingabe der Text nachträglich korrigiert, da mehr Kontext bessere Informationen für die Analyse liefert. Zudem habe ich das Gefühl, dass die persönlichen Daten ebenfalls in die Auswertung der Sprache mit einfließen, da ein Satzteil fälschlicherweise als Vor- und Nachname eines meiner Kontakte erkannt wurde.

Wichtig anzumerken ist, dass für die Spracherkennung stets eine bestehende Internetverbindung notwendig ist. Unterwegs kostet das entsprechend Datenvolumen des Mobilfunkvertrags. Hinzu kommt, dass während der Eingabe von Texten das Display aktiv ist. Eine bestehende Datenverbindung plus aktivem Display reduziert die Akkulaufzeit des Smartphones deutlich.

Persönliche Meinung

Das Verfassen von Texten innerhalb Google Chrome funktioniert erstaunlich gut. Beispielsweise im vorhergehenden Satz erkannte Google, dass das Wort „Verfassen“ in diesem Zusammenhang groß geschrieben wird. Eine entsprechend deutliche Aussprache vorausgesetzt, ermöglicht das Erkennen des Unterschieds zwischen dass und das und auch seit und seid wurden aus dem Kontext richtig interpretiert. Reduziert sich die Ausdrucksdeutlichkeit des Sprechers, beispielsweise durch ein schlecht ausgerichtetes Mikrofon, kommt es schnell zu Fehlinterpretationen von ähnlich klingende Wörtern. Generell kann gesagt werden, dass das Diktieren von Texten über Chrome für Android erstaunlich gut innerhalb der deutschen Sprache funktioniert. Zudem kann jeder Benutzer sofort loslegen, ohne, dass die Spracherkennung erst trainiert oder für die eigene Aussprache geschult werden muss. Nachfolgend zum Vergleich der erste Abschnitt in diesem Beitrag unkorrigiert, welcher durch das falsch sitzende Mikrofon wirklich grauenvoll erkannt wurde.

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Sobald das Mikrofon korrigiert wurde, verbesserte die Spracherkennung sich jedoch deutlich. Gelegentliche Fehlinterpretationen kommen jedoch trotzdem vor.

3 Gedanken zu „Texte verfassen über die Spracheingabe mit Google Chrome

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