Alternativen zu Dropbox: Daten in der Cloud oder zu Hause speichern?

Dropbox hat die Cloud salonfähig gemacht und damit das Speichern und Synchronisieren von großen Datenmengen ermöglicht. Zwischenzeitlich ist der Markt voll von Alternativen zu Dropbox und der einstige Platzhirsch muss sich gegen starke Konkurrenz beweisen. Der frühere Platzhirsch im Cloudgeschäft muss sich zwischenzeitlich gegen viele Konkurrenten beweisen. Beim Blick über den Tellerrand lohnt es sich die Alternativen zu Dropbox zu vergleichen. Von kostenlosen Angeboten bis zur Cloud in den eigenen vier Wänden stellt diese Beitrag unterschiedliche Alternativen vor.

Die Beliebtheit von Speicherdiensten im Internet ist ungebrochen. Laut einer Bitkom-Studie steigt die Nutzung von Cloudspeicher weiter an. 2015 verwendeten 32 Prozent der Internetnutzer einen Cloud-Dienst für ihre Daten, im Vergleich zu 27 Prozent im Vorjahr. Insbesondere unter den jungen Nutzern (14 bis 29 Jahre) sind Cloudspeicher besonders beliebt (53 Prozent), da Kunden für wenig Geld sehr viel Speicherplatz für die Daten erhalten.

Dropbox Alternativen
Zwischenzeitlich gibt es zahlreiche Alternativen zu Dropbox (Bild: Dropbox).

Alternativen zu Dropbox

Kunden die Dropbox zu dessen Anfangszeiten nutzten, konnten durch unterschiedliche Werbeprogramme und Referral-Links den kostenlosen weiter erhöhen. Diese Angebote gibt es zwischenzeitlich kaum noch. Neukunden erhalten bei Dropbox nur noch 2 GB als kostenlosen Speicher. Wer mehr benötigt, muss dazu zahlen. Viele Alternativen zu Dropbox bieten hier deutlich mehr kostenlosen Speicher an. Bevor man sich für eine Alternative entscheidet, steht die Überlegung an, wo die Daten gespeichert werden sollen. Dann auch Speicherlösungen in den eigenen vier Wänden bieten Dropbox-ähnliche Funktionen an. Deshalb unterscheidet dieser Beitrag zwischen Dropbox-Alternativen in der Cloud und Dropbox-Alternativen für Zuhause.

Dropbox-Alternativen in der Cloud

Neben den großen Konkurrenten zu Dropbox wie Google Drive und Mircosoft OneDrive gibt es viele kleine Anbieter von Speicherlösungen, die einen Blick wert sein können. Bei der Auswahl des Cloud-Anbieter sollten auch zusätzliche Funktionen wie Apps für Smartphones oder die Versionskontrolle berücksichtigt werden. Mit der Versionskontrolle lassen sich früher Versionen von Dateien wieder herstellen.

Google Drive

Jeder Nutzer mit einem Google-Konto erhält 15 GB kostenlosen Speicher für E-Mails oder Dateien in der Cloud. Mit Google Tabellen, Docs und Präsentationen bietet Google ein Konkurrenzprodukt zu Microsoft Office an. Über die Cloud lassen sich diese Dokumente mit anderen Teilen und gleichzeitig bearbeiten. Google Drive ist sehr gut in viele andere Dienste und Apps integriert und bietet dadurch vielseitige Einsatzmöglichkeiten.

Mehr Speicher kostet Geld. Für 1,99 US-Dollar bekommen Kunden 100 GB und für 9,99 US-Dollar werden 1 TB freigeschaltet. Für den großen Datenhunger können Kunden bis zu 30 TB für 299,99 US-Dollar pro Monat buchen.

Zum Anbieter: Google Drive

Microsoft OneDrive

Microsoft OneDrive Logo (Bild: Microsoft Press Images).
Microsoft OneDrive Logo (Bild: Microsoft Press Images).

OneDrive von Microsoft bietet 15 GB freien Speicherplatz. Kunden die mehr Speicher benötigen, erhalten für 2 Euro im Monat 50 GB und für 7 Euro im Monat in Kombination mit einem Office 365 Abonnement plus 1 TB an Speicherplatz. OneDrive speichert keine älteren Versionen von Dateien sondern nur eine Versionskontrolle für Microsoft-Office-Dokumenten. Davon speichert OneDrive jeweils die letzten 25 Revisionen.

Wie bei Google Drive lassen sich bei OneDrive Office-Dokumente von Microsoft direkt im Browser bearbeiten und für andere freigeben. Auch die gleichzeitige Bearbeitung von Dokumenten ist mit OneDrive möglich. Die Benutzeroberfläche erinnert dabei sehr stark an die Desktop-Version von Microsoft Office. Dadurch wird der Umstieg von Office-Nutzern deutlich vereinfacht.

Zum Anbieter: Microsoft OneDrive

Apple iCloud

Alle Anwender mit einer Apple-ID erhalten 5 GB kostenfreien Speicherplatz in der iCloud. Auch wenn Apple einen Client für Windows anbietet, die eigentlichen Stärken spielt die iCloud erst bei der Integration in Apples Betriebssysteme OS X und iOS aus. Hier erhalten Kunden eine schnelle und komfortable Synchronisation der eigenen Daten zwischen Apple-Geräten. Wie bei Google Drive und One Drive bietet auch iCloud eine Integration von iWorks über eine Weboberfläche an. Auch hier können Benutzer Dateien gleichzeitig bearbeiten.

Der kostenlose Speicher bei iCloud lässt sich kostenpflichtig erweitern. Für 0,99 Euro pro Monat erhalten Kunden 50 GB und können schrittweise bis zu 1 TB für 9,99 Euro pro Monat buchen.

Zum Anbieter: Apple iCloud

Amazon Cloud Drive

Alle Amazon-Kunden starten mit 5 GB kostenfreiem Speicherplatz. Amazon Prime Kunden erhalten zudem unbegrenzten Speicherplatz für Bilder im Amazon Cloud Drive. Im Vergleich zu Google, Apple und Microsoft bietet Amazon jedoch nur das Speichern und Teilen von Dateien an. Weitere nennenswerte Funktionen sind nicht enthalten. Mehr Speicher ist ab 0,67 Euro pro Monat erhältlich. Dann gibt es 20 GB. Die Upgrades gehen schrittweise bis zu 1 TB für 33,34 Euro pro Monat. Damit liegt Amazon deutlich über den Preisen der Konkurrenz.

Zum Anbieter: Amazon Cloud Drive

Box

Box fokussiert vorrangig auf Unternehmen, bietet aber auch kostenlose Konten mit 10 GB Speicher für Privatkunden an. Wobei hier die maximale Größe pro Datei 250 MB nicht überschreiten darf. Über Box lassen sich Office-Dokumente sowohl mit Microsoft Office Online als auch mit Google Docs erstellen und bearbeiten, wobei für Google Docs ein Google-Konto benötigt wird. Im Unterschied zu Google Drive oder OneDrive können Microsoft- oder Google-Dokumente mit anderen Nutzern nicht zeitgleich bearbeitet werden. Box unterstützt von Haus aus WebDAV und ermöglicht so den synchronisierten Zugriff auch auf Systemen, für die keine nativer Client erhältlich ist.

Mehr Speicher kostet mehr Geld. Für private Nutzer steht lediglich die Option 100 GB für 8 Euro pro Monat zur Auswahl. Unternehmenskunden erhalten für 4 Euro pro Monat und Nutzer beispielsweise 100 GB Speicher und für 12 Euro pro Monat und Nutzer unbegrenzten Speicherplatz sowie weitere Funktionen die im privaten Bereich weniger interessant sein dürften.

Zum Anbieter: Box

Mega

Der von Kim Dotcom gegründete Cloud-Speicher bietet satte 50 GB an kostenfreien Speicherplatz. Dafür ist der Funktionsumfang im Vergleich zu anderen Anbietern deutlich eingeschränkt. Zwischenzeitlich sind auch Apps für alle gängigen Betriebssysteme verfügbar. Nutzer die mehr als 50 GB Speicher benötigen, bekommen für 4,99 Euro im Monat 200 GB und können schrittweise auf bis zu 4 TB für 29,99 Euro pro Monat upgraden.

Mega verspricht eine vollständige End-zu-End-Verschlüsselung. Dafür erhalten Kunden einen Master-Key der unbedingt gesichert werden sollte. Ohne diesen lässt sich nach einem Passwort-Reset sonst nicht verlustfrei die Daten in der Cloud wiederherstellen.

Zum Anbieter: Mega

Gerade für kostenlosen Speicherplatz gibt es zwischenzeitlich viele Alternativen zu Dropbox. Während der frühere Platzhirsch mit 2 GB am wenigsten anbietet, erhalten Nutzer bei allen anderen Diensten deutlich mehr. Beim kostenpflichtigen Speicher ist Dropbox auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. 1 TB werden für 9,99 Euro angeboten. Zwischen kostenlos und 1 TB gibt es bei Dropbox jedoch kein Angebot.

Dropbox-Alternativen im eigenen Zuhause

Anwender die eine Alternative zu Dropbox suchen, Dateien aber nicht einem Cloud-Anbieter anvertrauen möchten, haben die Möglichkeit die Cloud in den eigenen vier Wänden zu hosten. Je nach Lösung setzt das etwas Arbeit voraus. Langfristig kann diese Alternative jedoch günstiger als ein Cloud-Server aus dem Internet sein.

ownCloud

Nutzer die einen eigenen Server besitzen, haben mit ownCloud die Möglichkeit einen unabhängigen Cloud-Speicher einzurichten. Die Software bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie die oben vorgestellten Cloud-Anbieter und ist im Speicherplatz lediglich durch die eigene Hardware beschränkt. Zudem bringt ownCloud eine Versionskontrolle mit, sodass sich frühere Versionen aller Dateien wieder herstellen lassen.

Dateien lassen sich bequem mit anderen Nutzern teilen. Zusätzlich enthält ownCloud einen eigenen Texteditor mit Syntax-Hervorhebung für eine Vielzahl an Programmier-Sprachen. Auch OpenDocument-Dateien (ODF) können mit ownCloud im Browser bearbeiten werden – auch mit mehreren Nutzern gleichzeitig.

Theoretisch lässt sich ownCloud auch auf einem Raspberry Pi installieren und somit in den eigenen vier Wänden hosten. Der Aufwand zur Einrichtung ist jedoch nicht unerheblich, aber machbar. Nutzer die keine Angst vor etwas Bastelarbeit haben, werden bei diesem Projekt viel Spaß haben.

ionas-Server Home

ionas-Server Home Raspberry Pi
Der Raspberry Pi steckt in einem Gehäuse von ionas (Bild: Benjamin Blessing).

Der ionas-Server Home ist eine Kombination aus Raspberry Pi, externe USB-Festplatte und vorkonfigurierter Open Source Software. Kunden erhalten mit dem Kauf eine kostenlose Ersteinrichtung per Telefon und Teamviewer. Für den privaten Gebrauch stehen Speicheroptionen von 1 TB für 249 Euro und 2 TB für 299 Euro zur Auswahl. Im Firmenkundenbereich gibt es deutlich potentere Hardware.

Im ionas-Server Home Test fühle ich der Alternative zu Dropbox einige Wochen auf den Zahn und erläutere die Vor- und Nachteile. Langfristig gesehen erhalten Kunden mit dem ionas-server Home mehr Speicherplatz für weniger Geld als bei den Cloud-Anbietern. Für das Speichern und Synchronisieren von Dateien sind Anwendungen und Apps für alle Betriebssysteme verfügbar. Zusätzlich bringt der kleine Server weitere Funktionen wie das Synchronisieren von Kalender und Kontakten. Da sich auf dem ionas-server Home mehrere Benutzer anlegen lassen, lässt sich im Vergleich zu anderen Diensten schnell Geld sparen. Zudem liegen die privaten Daten innerhalb der eigenen vier Wände.

REDS.box

Die REDS.box bringt ebenfalls die persönlichen Daten zurück in die eigenen vier Wände. Der Fokus von REDS.box liegt auf der Verschlüsselung von Daten. Nicht nur die Datenübertragung sondern auch die gespeicherten Daten sind verschlüsselt. Nur der Anwender entscheidet, wer auf die Daten zugreifen kann. Dabei ist REDS.box eine Kombination aus öffentlicher und privater Cloud. Während Dateien in der privat Cloud liegen, bietet die öffentliche Cloud zusätzliche Anwendungen an.

Hier unterscheidet sich REDS.box von der Konkurrenz. Das Entwicklerteam bietet ein Framework an, welches Dritten ermöglicht zusätzliche Web-Apps bereitzustellen. Anwendungen für Notizen, Kalender und Kontakte sind schon in der Entwicklung, weitere sollen laut REDS.box folgen.

Die runde Box, die ein bisschen an einen Feuermelder erinnert, ist in zwei Versionen verfügbar. Für 139 Euro gibt es 32 GB Speicher und für 249 Euro bekommen Kunden dann 1 TB an Speicherplatz. Die Finanzierung über Kickstarter erreichte dabei nicht das angedachte Ziel wodurch das Projekt erst einmal auf Eis gelegt wurde.

Lima

Ähnlich wie beim ionas-server Home handelt es sich bei der Lima Cloud um eine Kombination aus externem Gerät und USB-Festplatte. Nutzer kaufen dabei nur Lima und müssen den Datenträger selbst erwerben. Dabei ist Lima nur so groß wie eine 9V Batterie. Zur Steuerung von Lima benötigen Nutzer entsprechende Apps für iOS, Android, Windows oder OS X.

Im Unterschied zum ionas-server Home setzt Lima auf einen dezentralen Ansatz. Ähnlich wie bei BittorrentSync werden Dateien, die auf mehreren Geräten liegen, gleichzeitig weiteren Geräte zur Verfügung gestellt, wodurch sich die Upload-Geschwindigkeit verbessert. Auch eine Datenredundanz wird dadurch erreicht.

Lima finanzierte sich anfänglich als Crowdfunding-Projekt über Kickstarter und kostet zwischenzeitlich 99 Euro inklusive Versand. Die kleine Box ist in drei Farben erhältlich. Die externe Festplatte muss bei Lima separat erworben werden. Je nach Größe der Festplatte ist Lima etwas günstiger als die Konkurrenz bei reduziertem Funktionsangebot.

NAS-Server

Auch ein NAS-Server kann eine Alternative zu Dropbox sein. Viele Hersteller bieten zwischenzeitlich Cloud-ähnliche Funktionen sowie entsprechende Apps für Smartphones an, damit Kunden auch von unterwegs auf den Speicher zugreifen können. Mit einem NAS lassen sich deutlich höhere Speicherkapazitäten für kleines Geld erreichen. Interessierte müssen dabei die jeweiligen Leistungen der Hersteller genau vergleichen.

Persönliche Meinung

Anwender haben die Qual der Wahl. Wer den großen Cloud-Anbietern seine persönlichen Dateien nicht anvertrauen mag, findet günstige und solide Alternativen zu Dropbox, Google Drive und Co. Diese bieten nicht immer den genau gleichen Leistungsumfang, einige davon, wie beispielsweise der ionas-server Home, bringen dafür Funktionen mit sich, die es bei den Cloud-Anbietern nicht gibt.

Das perfekte Backup gibt es dabei nicht. Wichtig ist, dass jeder eine Lösung zur Datensicherung und -synchronisation im Einsatz hat. Kunden sollten sich vor dem Kauf deshalb überlegen, welche Leistungen benötigt werden und auf was verzichtet werden kann. Zudem ist wichtig zu wissen, wie groß die benötigte Speichermenge ist und ob diese absehbar sich drastisch vergrößert.

19 Gedanken zu „Alternativen zu Dropbox: Daten in der Cloud oder zu Hause speichern?

Schreibe eine Antwort zu Ralf Antwort abbrechen